Die Flegeljahre des Hundes – vom Regen in die Traufe
Gerade in den ersten Jahren haben es Hundebesitzer nicht wirklich leicht, denn immer wieder kommt etwas Neues auf sie zu, das es zu bezwingen gilt. Gerade in der Welpenzeit wartet viel Arbeit, die natürlich gerne auf sich genommen wird. In der Prägungsphase ist es besonders wichtig, dass der Hund gut erzogen wird. Hier lernt er auch besonders schnell. Wenn er dann erst einmal ein bestimmtes Alter erreicht hat, sitzen die ersten Kommandos und man freut sich, dass der Hund endlich hört. Bis die Flegeljahre kommen…
Wann die Flegeljahre beginnen
Je nach Rasse ist es ganz unterschiedlich, wann ein Hund eigentlich in die Flegeljahre kommt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass er zwischen dem 8. Monat und dem 2. Lebensjahr diese Zeit erreicht hat. Dann können sich Halter darauf einrichten, dass sie vor allem konsequent sein müssen. Es ist gar kein Muss, dass ein Hund seine Flegeljahre stark auslebt. Einige Tiere verändern sich gar nicht, bleiben brav und hören auf Kommandos. Andere Vierbeiner wiederum sind hormonell so durcheinander, dass die durchaus ihre gute Erziehung auch vergessen können.
Wodurch zeigen sich Flegeljahre?
Jeder Hundehalter, der einen recht jungen Hund hatte oder hat, der wird wohl verschiedene Anzeichen dafür nennen, wie sich die Flegeljahre äußern. Tatsächlich ist es auch so, dass dies wieder von Hund zu Hund unterschiedlich ist. Oft wird jedoch davon gesprochen, dass der Vierbeiner auf Kommandos nicht mehr reagiert. Vielleicht auch beginnt, die Wohnräume wieder zu verschmutzen oder auch Mobiliar zu zerstören. Gerade bei Rüden ist es besonders schwierige, denn diese kämpfen nicht nur mit den Flegeljahren sondern auch noch mit ihrer Geschlechtsreife. Diese bedeutet, dass sie gerne versuchen möchten, zum Rudelführer aufzusteigen. Das äußert sich ebenfalls in Ungehorsam und in Reviermarkierungen.
Die Flegeljahre sind etwas, das man einfach hinnehmen muss. Das bedeutet aber nicht, dass man nichts dagegen tun kann. Im Gegenteil – wer hier konsequent bleibt, der wird seine Rolle als Führer des Rudels festigen und natürlich auch den Respekt des Hundes gewinnen. Das bedeutet aber nicht, dass der Hund durch körperliche Züchtigung wieder an seinen Platz verwiesen werden soll. Ein gesundes Maß an Ignoranz und ganz viel Training sind das Geheimnis von einem ausgeglichenen und ruhigen Tier, das sich so besser in das menschliche Rudel einfügen kann.
Thema: Flegeljahre---brauche Hilfe!
(Begonnen von: Ingrid , 9 Antwort(en) wurde(n) geschrieben, 5464-mal gelesen
Ich habe da ein groooЯes Problem!
Ich habe seit einigen Monaten regelrecht "angst" mit meinem Hund Gassi zu gehen.
Er ist jetzt genau 1 Jahr alt und ich denke mal er ist gerade in den Flegeljahren.Wenn wir einen anderen Hund treffen- bzw. auch nur von Weitem sehen- dann geht meiner ab wie sonst was.
Ich kann ihn dann kaum noch halten und er entwickelt sich zu einem kleinen Monster mit lautem gebell, gefletschten Zдhnen. das volle Aggroprogram.
Meine Frage ist jetzt: Wie hцrt das wieder auf?Von alleine wenn er дlter ist ?wahrscheinlich nicht, wдre ja auch zu einfach.Ich versuche ihn dann weiter zu ziehen und schimpfe, aber das scheint nicht wirklich zu fruchten.Hat da jemand ein Tipp fьr mich.
Es ist mein erster Hund und es ist fьr die ganze Familie ein groЯes Problem.
Bin fьr jeden Tipp dankbar!
Du darfst auch nicht an der Leine zerren. denn das bedeutet Schmerz und diesen Schmerz verbindet er mit dem anderen Hund und wird so noch agressiver.
Solltest du ihn nicht halten kцnnen. kenne ich von meinem, der ist erst 8,5 Monate und hat Kraft wie ein Ochse. dann bleibe stehen und halte einfach nur die Leine kurz, so dass du ihn im Griff hast. Ignoriere sein Verhalten. also kein Streicheln, kein Reden, kein Schimpfen und ьberhaupt keine Reaktion.
Wenn's klappt, versuche ihn mit Ьbungen abzulenken. wenn's nicht klappt einfach stehen bleiben und nichts sagen!
Hat dein Hund an der Leine schlechte Erfahrungen (Welpenzeit) gemacht oder hast du einfach nur das Gefьhl, dass er anderen Hunden zeigen will, wer der Boss ist.
Er ist nдmlich jetzt in der Geschlechtreife und da kann schon mal so ein Agroprogramm ablaufen. muss aber nicht immer sein und ist bei jedem Hund verschieden.
Das ist eine Phase, die man mit der richtigen Reaktion und Erziehung in den Griff bekommt. vorausgesetzt, man macht es richtig ;-).
Also sonst ist mein Hund vielleicht ьbermьtig und alles andere als дngstlich, aber kein Stьck aggressiv.Und da wir in der Stadt wohnen lдuft er bei normalen Spaziergдngen eh nur an der langen Flexileine.Also schlechte Erfahrungen hat er nie an der Leine gemacht und so benommen hat er sich auch noch nie zuvor.
Kann sein das er echt mit seiner enormen ;-) Mдnnlichkeit nicht umgehen kann.
Ich wьrde das ja auch gerne ignorieren , aber die Hundebesitzer deren Hund meiner gerad am liebsten in der Luft zerreissen wьrde, gucken mich immer so entsetzt und straffend an und lassen dann meistens noch dumme Sprьche wie Kampfhund (was er selbstverstдndlich nicht im geringsten ist!)und ob ich den nicht unter Kontrolle habe und mal richtig erziehen etc.Das ist fьr mich immer das schlimmste.Aber ich werde jetzt einfach mal versuchen ihn zu halten und nicht zureagieren.Sollte nichts helfen ab zur Hundeschule.
Kann man denn genau sagen wie lange ungefдhr diese Flegeljahre gehen oder gibt es da keinen Zeitraum bzw. so lange bis man es dem Hund abgewцhnt hat?
Danke fьr die Tipps.
Lieben GruЯ Ingrid
Solche Leute wird es immer geben und die muss man links liegen lassen!
Mein Labbi wurde auch schon als Kampfhund bezeichnet. er hдtte Дhnlichkeit mit einer Bulldogge *brьll*. weil sein Kopf so breit wдre *pruuust*. Das sind dann die Vollprofis *lach*.
Meiner hatte vor 4 Wochen mal so eine Phase, wo er alles und jeden angebellt hat und seit ca. 1 Woche lдsst es langsam nach. Aber wir haben noch lange nicht die Geschlechtsreife erreicht und ich denke, da wird's auch nochmal aufregend werden *ggg*.
Versuche es mal mit Ignorieren und ich wьrde trotzdem mal einen Kurs in ner Hundeschule mitmachen, das kann nie schaden.
Vor allem kannst du dich vor Ort mit anderen Hundebesitzern austauschen und es ist gut fьr deinen Hund. Denn, je mehr Hunden er begegnet umso schneller wird er kapieren, dass man auch SpaЯ mit seinen Artgenossen haben kann.
Ich war gestern mit meinem Hund drauЯen und jetzt keift er nicht nur HUnde an sondern auch Menschen an. Ein Mann kam und hat ein "lockendes" Gerдusch zu meinem Hund gemacht und da mein Hund immer noch ab und zu an Leuten hoch springt wenn er sich freut und sie begrьЯt habe ich ihn an der Leine gehalten und etwas zurьckgezogen und da ging er ab.Genauso wenn ich ihn dann bei den anderen Hunden kurz nehme und weiter ziehe.Ich glaub das zurьckhalten/ziehen ist sein Problem. Aber bei Menschen?!Das ist jawohl nicht mehr normal und ьberhauot nicht in Ordnung!
Ich mag jetzt gar nicht mehr mit ihm raus.Es kцnnen 10 Menschen an ihm vorbei gehen und den 11. keift er dann aus heiterem Himmel an.Ich bin echt verzweifelt.das kann doch nicht ganz richtig sein.
Ne andere Sache wдre noch:Ich war lдnger nicht mehr mit ihm im Hundepark, wo wir sonst immer waren, wo er mit Hunden gespielt hat.Ich weiЯ jetzt gar nicht;kann ich mit ihm da noch hin, sprich ihn da von der Leine lassen und mit anderen Hunden spielen lassen oder muЯ ich befьrchten, dass er sich da mit jedem Hund anlegt oder es zu beiЯerein kommt?Ich mein auch wegen den Hormonen und so ;-)
Es ist echt im Moment alles andere als angenehm mit dem kleinem Monster.Vielleicht hast du noch ein paar nette Tips oder jemand kann aus eigener Erfahrung was dazu sagen.
ich hatte das Problem,dass meine Lьdde jeden ablecken wollte und natьrlich ansprang.An der Tagesordnung stand mich mit keifenden Leuten auseinanderzusetzen die von vornherein keine Hunde mochten.Ich hab das Problem nur durch einen Crashkurs in einer Hundeschule lцsen kцnnen,da ich meine Hьndin einfach nicht in den Griff bekam.Sie war der" liebenswerte" Chef in Person.Nur durch konsequentes Verhalten u.Training ist sie jetzt so wie sie ist.Ausgeglichen und stressfrei und trotzdem Hund geblieben.
Ich wьrde dir zu einer guten Hundeschule raten.Man kann hier zwar tausend Tipps bekommen,aber Theorie und Praxis sind ein groЯer Unterschied.Meist sind es nur Kleinigkeiten die ausreichen um den Hund zu "kontrollieren"!
Ich kann dir gerne ein paar Tipps mailen wenn du willst.
(es wьrde hier den Rahmen sprengen).
Wьrde mich ьber jeden kleinen Tipp und Erfahrungsaustausch freuen.Bin nдmlich wirklich langsam am verzweifeln.
Schreib mir doch mal ne Mail, wьrde mich sehr freuen!
Ich denke, dass dein Hund voll in der Geschlechtsreife ist und da musst du jetzt aufpassen, dass du nichts falsch machst.
Gerade das Zurьckziehen oder Wegziehen, kann fьr deinen Hund ein Schmerzgefьhl sein und je цfter das passiert, desto mehr verbindet er den Schmerz mit dem, was ihm entgegen kommt.
Ich bin kein Erziehungsexperte, ich gebe nur das weiter, was ich im Verein gelernt habe.
Trotzdem ist es besser, es wьrde sich mal ein Fachmann das Verhalten deines Hundes und deine Reaktion ansehen. denn der kann dir dann sagen, was falsch lдuft.
Ich wьnsch dir viel Erfolg :-).
Zu Hause haben wir geklickert, d.h. Leckerchen in der Hand -> Hund schaut dich an (ohne Kommando etc.) -> klickern und Leckerchen geben.
Leckerchen in der Tasche -> Wegschmeissen, bringen lassen, vom Hund geben lassen -> Klickern und Leckerchen aus der Tasche geben
Tasche zu jeder Runde mitbringen! Und ihm auch unterwegs immer wieder zeigen. Läuft er interessiert neben dir, wegschmeissen, bringen lassen und belohnen! Die Abstände zwischen Schauen und schmeissen können mit der Zeit und nach belieben verlängert werden
Kommando einbauen! Mit der Tasche verknüpfen und auch jetzt langsam pö à pö in die heiklen Situation mit einbauen!
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Flegeljahre oder was?
Flegeljahre oder was?
Autofahren, kein Problem.
Zuhause: kein Problem, er bettelt nicht, er geht nicht an Essen dran, macht nichts kaputt und man kann ihn locker 3 Stunden alleine lassen, ohne dass etwas passiert (er holt sich nur einen Schuh, macht ihn aber nicht kaputt).
Man kann ihn Bürsten, die Ohren saubermachen und beim knuddeln an den Händen knabbern lassen, ohne dass etwas passiert. Ich habe ihm schon Eistüten aus dem Maul gefischt, die er unterwegs aufgelesen hat, alles kein Problem. Selbst bei Kindern und Fremden legt er sich auf den Rücken und lässt sich den Bauch kraulen. Er mag Menschen und fasst schnell Vertrauen.
Das Leinenziehen ist besser geworden, dennoch kann es immer noch passieren, dass er, wenn er etwas interessantes gerochen hat, wie ein Blöder dorthinzieht. Bei mir ohne Erfolg. Mein Partner lässt sich leider oft mitziehen.
Sein Gehorsam bei Freilauf lässt zu Wünschen übrig. Seit einem Jahr üben wir das "Hier", im Moment zeigt er uns den Stinkefinger. Beim 3-ten oder vierten Mal kommt er vielleicht, und auch nur, wenn man richtig Strenge in die Stimme legt. Manchmal muss ich 5 x "sitz" sagen bis er dann mal für ein paar Minuten sitzenbleibt.
Selbst die Hundetrainerin in meinem Verein ist verzweifelt und hat ihn schon mehrmals zusammengefaltet.
Raufen mit männlichen Artgenossen, die die gleiche Größe haben wie er tut er auch gerne.
- er darf nicht zur Tür rennen, wenn es klingelt, ich schicke ihn sofort auf seine Decke zurück
- wenn er alleine war und ich komme nach Hause, wird er erstmal nicht beachtet, erst wenn er sich beruhigt hat, rufe ich ihn zu mir und begrüße ihn
-ich gehe nicht zu ihm hin, wenn ich etwas von ihm will, rufe ich ihn zu mir ( im Moment kommt er von alleine gar nicht zu mir).
- Beim Spielen habe ich immer ein zweites Spielzeug dabei, falls er mit dem ersten stiften geht.
- Bei mir muss er jeden Befehl ausüben, den ich ihm gebe. Ich bin sehr konsequent mit ihm. Mein Mann leider nicht.
Roisin
Er ist ausgelastet. Selbst nach drei Stunden spazierengehen und spielen hat er noch Energie, das ist der Wahnsinn. Was mir auffällt, ist dass wenn ich mit ihm jogge er sehr viel Sprints macht, d.h. er läuft von sich aus auf Maximumgeschwindigkeit und bremst dann ab. Das macht noch nicht mal der Galgo von einem Freund von mir.
Tequila
also ich würde auch mehr auf Kopfarbeit gehen, vorallem Zuhause und bei den gemeinsamen Spaziergängen.
Gute Anregungen,
viel Kopfarbeit zu hause in der Wohnung oder im Garten wenn du tipps brauchst gerne habe da schon viele Dinge machen müssen denn sonst ist unser kleiner nicht ausgelastet dies machen wir auch vor der Hundestunde und siehe da Konzentration ist besser ich bin interessant und alles geht leichter
Adoleszenz - Jugendentwicklung des Hundes
Das Zusammenleben mit unseren vierbeinigen "Youngstern" kann mit unter sehr unterhaltsam, aber auch äußerst anstrengend für Mensch und Hund sein.
Wir selbst begleiten im Augenblick unser jüngstes vierbeiniges Familienmitglied Levin, einen 12 Monate alten Field Trial (Arbeitslinie) Golden Retriever Rüden, in seiner Jugendentwicklung. Diese spannende Zeit wird "Adoleszenz" (lat. adolescere = "heranwachsen") genannt.
Der Übergang von der Welpenzeit zur juvenilen Phase ist eine fließende Entwicklung. Wenn der Zahnwechsel abgeschlossen ist, spricht man nicht mehr von dem Welpen, sondern von dem Junghund.
Der Hund ist nun aus seinen Welpenschuhen heraus gewachsen, er hat sich von seinen Milchzähnchen verabschiedet und die Hormone fangen an ihren Job intensiver zu betreiben und den nächsten Fortschritt seiner Entwicklung einzuläuten.
Bei Levin konnten wir den Junghund sogar riechen. Der angenehme Welpengeruch verflog so langsam und noch einige Zeit roch sein Fell sehr neutral. Wie über Nacht jedoch, von jetzt auf gleich stellten wir fest, dass der kleine Mann auf einmal nach "Hund" duftet.
Aber es sind nicht nur die Geschlechtshormone, die nun fleißig arbeiten, sondern das Gehirn wird zur Großbaustelle eröffnet. Doch dazu später mehr.
Während der Pubertät erreichen die Juvenilen ihre Geschlechtsreife. Diese tritt bei den meisten domestizierten Tieren (und auch bei uns Menschen) sehr früh ein, was aber nicht heißt, dass das Individuum automatisch erwachsen ist, sprich eine gewisse emotionale und geistige Reife mitbringt.
Theoretisch könnten sie nun Nachkommen "produzieren". Geschlechtsreif zu sein bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass der Hund nun auch großes Interesse zeigt sich zu vermehren. Der Sexualtrieb entwickelt sich häufig langsamer. Wenn bspw. ein 2-3jähriger Rüde, der zur Zucht eingesetzt werden soll, keinen großen Drang hat, sich mit einer Hündin zu paaren, ist dies nicht gleich verhaltensauffällig. Der Rüde ist in vielen Fällen einfach noch nicht so weit in seiner Entwicklung.
Hündinnen die ihre erste Läufigkeit erleben erwecken oft den Eindruck, dass sie überhaupt nicht wissen, was mit ihnen los ist, bzw. warum ein Rüde auf einmal so großes Interesse an ihnen hat.
Hat der Hund die Geschlechtsreife erreicht, ist die Pubertät abgeschlossen und es schließt sich nahtlos die Adoleszenz an. Es gibt unterschiedliche Definitionen zur Adoleszenz und somit auch verschiedene Bezeichnungen dieses Zeitfensters. Pubertät, Flegeljahre, Reifezeit, etc.
Worte lassen Bilder im Kopf entstehen, daher finde ich die Definition, die Pubertät und die Adoleszenz voneinander trennt, sehr wichtig und passend. Wenn wir die Entwicklung bis zur vollständigen Reife als Pubertät oder Flegeljahre bezeichnen, öffnen wir ganz leicht eine Schublade für Verhalten, die unseren Blick und unseren Umgang mit dem Hund verändern könnte. Ein Flegel respektiert uns nicht. Das greift unser Persönlichkeit an. Dabei ist die Adoleszenz lediglich die Zeit des Ablösens von den Eltern und der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.
Die Adoleszenz beschreibt die Entwicklungs"phase" zwischen der Geschlechtsreife und dem Erwachsensein. Dieser Lebensabschnitt betrifft bei Hunden ca. das Zeitfenster vom 5. – 24. Lebensmonat.
Bei Hunden größerer Rassen kann sie auch noch länger dauern. Man liest in einigen Rassebeschreibungen der größeren Hunde, dass sie "Spätentwickler" seien. Dies bedeutet, dass diese Hunde für ihre Jugendentwicklung mehr Zeit in Anspruch nehmen und durch aus erst mit 3-4 Jahren ihre geistige und emotionale Reife erreichen.
Ebenso auch bei Frühkastraten. Hunde die sehr früh kastriert werden, sagt man nach, dass sie länger verspielt und „kindlich“ bleiben. Dies basiert auf einer langsameren Gehirnentwicklung während der Jugendentwicklung. Bei frühkastrierten Hunden bleibt das Zeitfenster der Adoleszenz länger geöffnet.
Bei Hunden gibt es ebenso eine geschlechtsspezifische Unterscheidung, wie bei uns Zweibeinern. So entwickeln sich auch bei Hunden, die Rüden etwas langsamer als die Hündinnen. Das Gehirnwachstum ist bei männlichen Säugetieren erst später abgeschlossen.
Im Training taucht immer wieder die Frage auf: "Ist mein Hund nun schon in der Pubertät?" oder "Ist er jetzt schon erwachsen? Woran erkenne ich, dass mein Hund nun in der Pubertät steckt?". Den Rüden wird beispielsweise nachgesagt, dass dem so sei, sobald sie anfangen das Bein zu heben und Markierverhalten zeigen.
So weit so gut, Levin hat sein Beinchen bereits mit 9 Wochen sehr sicher gehoben und uns erst einmal einen Schrecken eingejagt ;-). Ich dachte mir damals: "Oh je, was kommt da noch auf uns zu, wenn er dieses Verhalten jetzt schon an den Tag legt? Wie viel Testosteron beherbergt er jetzt schon in sich? Wird er ein kleiner frühreifer, draufgängerischer Chaot?"
Ein kleiner liebenswerter Chaot ist er, aber nichts von dem, was ich mir ausmalte im Bezug auf das sehr frühe Beinchen heben ist eingetreten. Man kann, wie so vieles, nicht einfach pauschalisieren. Und jedes Individuum zeigt sich in seiner Entwicklung anders. Übrigens – Levin zeigte noch kein Markierverhalten, obwohl er das Bein hob.
Die Übergänge von der Welpenzeit in die Pubertät und die anschließende Adoleszenz sind schleichende Prozesse. Man kann nicht genau sagen, wo sich das eine Fenster der Jugendentwicklung schließt und sich das andere öffnet. Aber man spürt die Veränderungen an seinem Hund.
- Berührungsempfindlichkeit ist gestiegen, d.h. bei spontanen Berührungen zuckt er öfters zusammen. Daher achten wir noch viel intensiver darauf Handlungen, die wir an ihm ausführen, wie beispielsweise das Öffnen der Geschirrschnallen, anzukündigen, bevor wir die Handlung ausführen. Das ruhige Genießen, wenn Bekannte ihn streicheln fiel ihm nicht leicht und auch beim Abtrocknen fällt es ihm schwerer stillzuhalten.
- Entspannungssignale mit direkter Berührung sind schwerer zu konditionieren, bzw. aufzuladen.
- Manchmal möchte er 1000 Dinge auf einmal tun, d.h. er fängt eine Handlung an und während er dabei ist, fällt ihm ein etwas anderes auch noch zu tun ohne sein erstes Vorhaben zu beenden. Beispiel: Levin knabbert an seiner Torgas-Kauwurzel. Dann fällt ihm ein, dass er uns schon eine Weile nicht mehr seine Liebe bekundet hat und auf dem Weg zu uns stolpert er über ein anderes Spielzeug, das sein Interesse weckt. Beim Spazierengehen, kann es passieren, dass er an einem ganz wichtigen Knotenpunkt seine Visitenkarte hinterlassen möchte und dafür aber dann doch keine Zeit hat, weil er schon wieder etwas anderes im Sinn hat.
- Sein Radius hat sich erweitert und Umwelterkundung findet häufiger statt, d.h., sein Interesse an der Umwelt ist deutlich gestiegen. Er entfernt sich weiter von uns weg, als noch vor ein paar Wochen.
- Markierverhalten ist deutlich zu erkennen. Dies bemerken wir daran, dass er sich mehr Zeit nimmt für Gerüche bevor er seine Marke setzt. Er dreht gerne nochmal um, weil ihm eine Geruchsstelle in das Näschen flog, die er nicht auslassen möchte. Vor allem die Häufigkeit des Urinabsatzes ist gestiegen und er ist öfters mit von der Partie, wenn unsere anderen zwei Hunde sich eine gemeinsame Stelle auserkoren haben.
- Das Aufschlecken von Urin fing an, was ebenso eine Kommunikationsart unter Hunden darstellt. Die Hunde schlecken "Gerüche" auf, um einen intensiveren Eindruck zu bekommen. Die Stoffe werden über das Jakobsche Organ hinten am Gaumen aufgenommen und der Hund bekommt die Information beispielsweise über den Gesundheitszustand, Hormonstatus und/oder Zyklusstand eines Artgenossen.
- Sein Erregungsniveau schnellt heftiger nach oben. Levin schafft es schneller von 0 auf 300. Manche Reaktionen sind impulsiver und Dinge, die ihn vor einigen Wochen überhaupt nicht mehr interessierten, werden auf einmal wieder sehr aufregend.
- Seine "Maulaktivität" erhöhte sich nochmals enorm, wir gehen davon aus, dass dies auf die erhöhte Aktivität der Stresshormone basiert. Er zeigt ein nochmals gesteigertes Kaubedürfnis – zum Leidwesen unserer Einrichtung. Alles was über das Maul geht, sei es schlecken, knabbern, beißen oder essen entspannt in vielen Fällen.
- Das Lernen hat seine Höhen und Tiefen, d.h. es gibt Situationen, da überrascht uns der kleine Mann enorm mit abrufbaren erlernten Verhaltensweisen oder auch mit neuen Aufgaben. Vor allem die, die ihm Spaß machen und seinen aktuellen Bedürfnissen gerecht werden. Da denke ich häufig: "Wahnsinn wie schnell er Dinge annimmt." Auf der anderen Seite steht dann in manchen Situation sein fragender Blick: "Was möchtest Du von mir? Das habe ich noch nie gehört. "
- Ressourcen werden ihm wichtiger. Wir können sehr schön beobachten, dass er nicht mehr so besonnen an Kauartikeln in Anwesenheit der anderen Hunde knabbern kann. Er fängt an, Gegenstände die ihm wichtig sind, in Sicherheit zu bringen. Einem anderen Rüden gegenüber hat er vor ein paar Wochen das erste Mal unsere Hündin verteidigt. Dies alles aber in einem sehr schönen Kontext mit ihm zur Verfügung stehenden Kommunikationsmitteln.
. letzt endlich ein ganz normaler Hund ;-)))
Oft bekomme ich als Trainerin zu hören: "Mein Hund ist schrecklich pubertierend!",
"Er ist ungehorsam und testet seine Grenzen täglich.", "Mein Hund ist aufmüpfig, dominant und stellt die Rangordnung in Frage. ".
Was ist dran an diesen Aussagen? Werden einst zuckersüße Welpen auf einmal zu Monstern, die die Weltherrschaft übernehmen möchten und legen Verhaltensweisen an den Tag, nur um uns zu ärgern? NEIN!
Es sind völlig normale Reaktionen eines physiologischen Ablaufs, die leider viel zu häufig mit menschlichen Emotionen einhergehen und interpretiert werden. Kein Hund zeigt Verhaltensweisen um uns zu ärgern – sondern er kann in dieser Situation einfach nicht anders. Es können ganz unterschiedliche Faktoren mitspielen, die das "nicht können" beeinflussen – und dies ist nicht nur bei Hunden so, die sich in der Adoleszenz befinden.
Beispielsweise ist der Reiz aus der Umwelt zu stark, gesundheitliche Probleme können einen Rolle spielen, der Hund hat Angst, steht vielleicht unter Einfluss von Stressoren, die uns in der Situation gar nicht bewusst sind oder die Fellnase hatte einfach noch nicht die Möglichkeit erwünschtes Verhalten in dieser Situation zu lernen.
Doch was passiert in dieser Zeit der Jugendentwicklung?
Es finden im Gehirn wahnsinnig viele "Umbauarbeiten" und damit verbundene Veränderungen statt.
- Der Mandelkern (= Amygdala) ist das emotionale Bewertungszentrum, welches die Wahrnehmung und die Reaktionen steuert. Der Mandelkern vergrößert sich in dieser Phase und er reagiert empfindlicher und intensiver auf Reize aus der Umwelt. Dies bedeutet, dass Reaktionen emotionaler ausfallen. Dies ist leider ein guter Nährboden für Angst- und Aggressionsverhalten.
- Die Großhirnrinde, in der bewusste Vorgänge, kognitive Prozesse, planvolles Handeln, willkürliche Ausführung von Bewegungen, etc. verarbeitet werden, baut Synapsen ab. Diese Synapsen sind Kontaktstellen zwischen Zellen und dienen der Signalübertragung und der Speicherung von Informationen.
- Der präfrontale Kortex der Großhirnrinde ist der Sitz des "Arbeitsspeichers" und für bewusste Entscheidungen. Er empfängt die verarbeiteten Reize und die aus dem Mandelkern stammende emotionale Bewertung und darauf hin resultiert die nächste Reaktion. Dieser Hirnbereich reift erst später aus und wird während der Jugendentwicklung kleiner.
- Der Stresshormonspiegel ist bei allen Säugetieren während der Adoleszenz am höchsten. Daher kann es auch passieren, dass der Hund in seiner Welpenzeit beispielsweise mit dem Geschirr keinerlei Schwierigkeiten hatte und plötzlich der Meinung ist, Geschirrtragen sei gruselig. Die Körperoberfläche ist in dieser Zeit wesentlich sensibler.
- Die Rezeptorendichte und -empfindlichkeit für Dopamin verändert sich in verschiedenen Gehirnarealen. Dies ist mit gesteigertem Neugierverhalten verbunden und hat zur Folge, dass das Belohnungssystem viel leichter erregbar ist. Selbstbelohnendes Verhalten bekommt einen größeren Stellenwert. Dem Hund fällt es schwerer sich von für ihn wichtigen und lohnenswerten Dingen abzulassen.
Dies sind die Gründe, warum der Hund für uns schwieriger einzuschätzen und zu kontrollieren wird, denn er reagiert emotionaler, wirkt auf seine Bezugspersonen unkonzentrierter und gereizter. Seine emotionale Erregbarkeit ist leichter auslösbar und er zeigt Veränderungen im Verhalten auf ihm bekannte Reize. Trennungsstress kann auf einmal wieder zur Herausforderung für eine Familie werden, obwohl man dachte, der junge Hund hätte das Alleinebleiben schon bestens gelernt.
Das Spielverhalten des Junghundes verändert sich, was bedeuten kann, dass er forscher oder gar wählerischer in der Auswahl seiner Freunde wird. Konkurrenzverhalten tritt auf sei es im Zusammenhang mit Sexualverhalten oder auch anderen Ressourcen.
Der Hund fängt an sich abzunabeln und das Neugier- und Erkundungsverhalten steigert sich. Ebenso kann das Jagdverhalten zum Vorschein treten. Das Risikoverhalten der jungen Wilden ist ausgeprägter und sie können Gefahren schwerer einschätzen. Der junge Hund ist stressanfälliger und somit sind auch seine Reaktionen auf Stressoren intensiver! Dabei sollten wir nicht vergessen, dass das Gehirn des Vierbeiners entscheidet, was für ihn Stressoren sind – und nicht wir.
Dieses Verhalten während der Jugendentwicklung hat nichts mit Dominanz oder Rangordnung zu tun! Die Hunde können stellenweise nicht anders und sind "Opfer" ihrer eigenen Entwicklung.
Dies soll nicht bedeuten, dass wir uns zurücklehnen und uns darauf ausruhen,
nach dem Motto: "Es ist eine Entwicklungsphase und die "Probleme" verwachsen sich, wenn der Hund älter ist." Wir Menschen neigen dazu, wenn alles optimal verläuft, immer noch eins drauf zu setzen und den eigenen Anspruch weiterhin zu erhöhen.
Die riesigen Fortschritte beim Lernen in der Welpenzeit (steiler Anstieg der Lernkurve) verwöhnen uns und wir sind entsetzt wenn das Training auf einmal stagniert oder es sogar Rückschritte gibt! Ich glaube Sätze wie "Das hat er noch nie gemacht!" fallen in der Adoleszenz besonders häufig. Auf Grund der Fehleinschätzung "Der Hund macht dies mit Absicht", oder "Er verweigert klar denkend die Kooperation", wird oftmals angeraten strenger und härter mit dem Hund umzugehen. Dies erweist sich jedoch fast immer als ein Schuss nach hinten. Zum einen tun wir den jungen Fellnasen unrecht und zum anderen hat dies gravierende Folgen, denn:
- Das Mensch-Hunde-Team schaukelt sich gegenseitig emotional weiter nach oben. Sehr oft finden immer härtere Strafen Anwendung. Dies hat zur Folge, dass das Vertrauen ineinander enttäuscht wird und die Bindung stark bröckelt. Bindung charakterisiert sich durch einen überproportionalen Austausch an POSITIVEN Verhaltensreaktionen! Unser größter Wunsch ist es ja zu unseren Hunden nicht einfach nur in irgendeiner Beziehung zu stehen, sondern eine gemeinsame, schöne und stabile Bindung auf zu bauen.
- Der Hund entwickelt noch leichter Angst- und/oder Aggressionsverhalten.
- Der Hund kann in die sog. erlernte Hilflosigkeit rutschen, das heißt, er beugt sich seinem Schicksal und geht den Weg des geringsten Widerstandes, was meist von chronischem Stress zeugt.
- Der Hund wird immer frustrierter, weil er seinen aktuellen Bedürfnissen nicht nachkommen kann. Dies öffnet andere unerwünschte Ventile im Verhaltensrepertoire unserer Lieblinge.
Was bedeutet dies im gemeinsamen Alltag mit dem Junghund?
- Im Training und Alltag sollten wir darauf achten, unerwünschtes Verhalten zu verhindern und sämtliche erwünschte Verhaltensweisen einzufangen mit Hilfe des Markersignal und diese adäquat belohnen.
- Lassen Sie Ihren Hund auch einmal agieren und verstärken Sie vermehrt das von ihm selbst gezeigte Verhalten, denn vor jedem unerwüschten Verhalten zeigt der Hund noch erwünschtes!
- Versuchen Sie in einem gesunden Maß die Frustrationstoleranz Ihres Hundes zu erhöhen und zu festigen. Eine Prioritätenliste ist sehr hilfreich, da die Ressource "Impulskontrolle" im Hundegehirn, die für die Selbstkontrolle verantwortlich ist, nicht endlos belastbar ist! Das "Impulskontrolltöpfchen" ist irgendwann ausgeschöpft!
Legen Sie deshalb das Hauptaugenmerk für die Selbstkontrolle des Hundes auf Situationen, in denen die Auslöser ein erhöhtes Erregungsniveau nach sich ziehen. Dazu gehört nicht unbedingt das Warten vor dem Futternapf oder minutenlanges "Fuß" laufen, sondern Begegnungen mit Artgenossen und/oder diverse Situationen im Alltag. Hier sind wichtige Hilfsmittel das " Zeigen & Benennen " sowie das Training von Entspannungssignalen .
- Um in herausfordernden Trainingssituationen das emotionale Gleichgewicht wieder herstellen zu können, empfiehlt sich das Arbeiten am Erregungsniveau des Hundes mit konditionierten Entspannungssignalen .
- Bringen Sie Ihrem Hund die Welt noch mal mit viel Fingerspitzengefühl näher und unterstützen Sie ihn in schwierigen Lern-, Lebens- und Alltagssituationen.
- Begleiten Sie Ihren Youngster durch diesen Lebensabschnitt mit viel Verständnis und gemeinsamen Spaß.
- Gehen Sie im Training wieder einen Schritt zurück und passen Sie Ihre Erwartungshaltung an, indem Sie den Leistungsanspruch an den Hund zurückschrauben. Festigen Sie das, was Ihr Hund bisher gelernt hat und geben ihm Sicherheit!
- Versuchen Sie Übungen, Beschäftigungen und Belohnungen so in den Alltag und das Training zu integrieren, dass Sie den Bedürfnissen Ihres Hundes nachkommen (bspw. Distanzvergrößerung zulassen), um das Erregungs- und Frustrationsverhalten gar nicht erst im Übermaß zu strapazieren.
- Arbeiten Sie an Ihrer Toleranz, Geduld und Verständnis für die jungen Fellkinder!
Zum Abschluss noch etwas Persönliches von unserem Junior. Levin ist nach wie vor unser Klassenclown und unser liebenswerter Terrorkrümel! Wir haben richtig gute Tage und auch weniger gute Tage. Das Wissen um diesen biologisch notwendigen Prozess erleichtert uns den Umgang und den Alltag mit ihm enorm! Nein, Levin hat keine Narrenfreiheit und wir schieben die Adoleszenz gewiss nicht
als Ausrede vorne weg.
Lerntheoretisches Hintergrundwissen ist notwendig um den Jungspund zu verstehen, weil er in seiner körperlichen und geistigen Entwicklung anders tickt, als wir es uns in unserer Wunschvorstellung ausmalen.
Levin bekommt seine Grenzen gesteckt, aber mit dem Weg des Lernens, dem
Verständnis und der Geduld gepaart. Abschließen möchte ich mit einem meiner Lieblingszitate von Dr. Ute Blaschke-Berthold (CumCane): "Gewohnheiten zu bilden ist die klügste Art, vorausschauend und dauerhaft Grenzen zu setzen."
© 4steps4dogs – Training für Mensch & Hund Heike Benzing 2013
Flegeljahre hund
Pubertдrer Hund (ca. 7. bis ca. 11. Lebensmonat):
Die sogenannte Pubertдt oder "Flegelphase" beim Hund ist zum Glьck meist von relativ kurzer Dauer. Der Hund zeigt ein aufsдssiges Verhalten gegenьber Mensch und Tier. Zwei bis vier Monate lang hat der junge Hund plцtzlich anscheinend "vergessen", was er gelernt hat. Ьbungen, von denen man glaubte, die wдren dem Hund bereits in Fleisch und Blut ьbergegangen, gestalten sich nun auf einmal als scheinbar nie gelernt. In dieser Phase versucht der Hund oftmals, sich selbst zum Chef aufzuspielen.
Er kann im Spiel grobe Zьge eines Halbstarken zeigen oder sich gegenьber seinen Artgenossen besonders rьpelhaft benehmen. Hier ist nun ganz besonders eine konsequente, aber dennoch liebevolle Erziehung angesagt. Alle gelernten Ьbungen sollten tдglich mehrfach trainiert werden.
Erwachsener Hund (ab ca. 12. Lebensmonat):
Je nach GrцЯe, Rasse und Individuum variiert der Zeitpunkt des Erwachsenwerdens und damit auch der Geschlechtsreife beim Hund zwischen dem 7. und 12. Monat. Diese Reifephase erreicht die Hьndin durch ihre erste Lдufigkeit. Beim Rьden erkennt man das Erwachsenwerden am ersten Beinchen-Heben.
Nun ist der Hund ausgewachsen, das heiЯt seine kцrperliche GrцЯe ist erreicht. Allerdings kann es noch bis zu 6 Monate dauern, bis die Baby-Rundungen sich in eher eckige Formen wandeln.
Auch das endgьltige Gewicht wird erst mit etwa 18 Monaten erreicht sein.
Auch die emotionale Reife erreichen die Vertreter groЯer Rassen manchmal erst mit 30 Monaten, wofьr die kleinen Hunde nur ca. die halbe Zeit benцtigen.
Mit dem 10. bis 12. Lebensmonat erwacht der Jagdtrieb bei Hunden, die hierfьr die Veranlagung haben.
Alle Texte und Fotos unserer Tierseite "Tierwissen.de" sind Urheberrechtlich geschьtzt.
Ausnahmen gelten nur fьr die Fotografen, in Absprache der Seitenbetreiber untereinander, sowie mit schriftlicher Genehmigung.
wird durch uns ohne Ausnahme rechtlich verfolgt!
Tipp des Monats – Januar 2010: Die Entwicklungsphasen des Hundes
Die Trainer der Tophundeschule geben Ihnen im Tipp des Monats Januar einige grundlegende Informationen zum Thema „Der Hund und seine Entwicklungsphasen“
Immer wieder werden die Hundetrainetrainer der Tophundeschule nach den verschiedenen Entwicklungsphasen gefragt: Allseits bekannt sind die Prägungsphase und die Sozialisierungsphase. Vielfach kommen in der Erziehung und in der Ausbildung aber die Rangordnungsphase und die ?beliebte? Pubertätsphase zu kurz. Dabei ist gerade auch die Pubertätsphase für die Entwicklung eines Hundes sehr wichtig, da sie oft den weiteren Werdegang und das Zusammenleben zwischen Mensch und Hund entscheidend prägt.
Der Ernst des Lebens beginnt früh! Die ersten Wochen und Monate sind mit die wichtigsten im Leben Ihres Hundes. Hier werden die Weichen für das spätere Verhalten im Umgang mit Artgenossen, Menschen und der Umwelt gestellt. Was Ihr Hund in dieser Zeit an sozialem Lernen versäumt, können Sie später nicht mehr so ganz einfach nachholen. Und auch die Erziehung geht nie wieder so spielerisch und mühelos wie jetzt. Läuft in diesem Alter etwas schief, merkt man es dem Hund oft ein Leben lang an. Viele Hundebesitzer können davon ein Lied singen. Es ist also völlig falsch zu glauben, der junge Hund müsse erst eine unbeschwerte Kindheit durchleben, bevor der Ernst des Lebens beginnt. Bringen Sie ihn ruhig schon als Welpen mit vielfältigen Reizen in Berührung, gönnen Sie ihm schon früh möglichst viele Erfahrungen und Kontakte. Auch mit der Erziehung Ihres Vierbeiners und der Einordnung ins Familienrudel sollten Sie zeitig beginnen.
Prägungsphase ( 3. – 7. Woche) und Sozialisierungsphase (8. – 12. Woche)
Selbstverständlich sind beide Phasen wichtig für den Hund. Die Trainer der Tophundeschule werden aber – um dem Thema gerecht zu werden – in einem der nächsten Artikel des Tipps des Monats auf die Thematik zurück kommen. Diesen Monat beschäftigen sich die Trainer der Tophundeschule mit den darauf folgenden Phasen: der Rangordnungsphase und der Pubertät.
Rangordnungsphase (13. – 16. Lebenswoche)
Der Hund nimmt seine Stellung in der Rangordnung in der Familie ein. Der Mensch wird auf seine Führungsqualitäten geprüft. In dieser Phase ist es wichtig, dass der Welpe seine Grenzen kennt und vom Menschen klare Regeln erhält. In dieser Phase steht der Gebisswechsel des jungen Hundes an. Der Hund ist nun bestrebt, sich seinen Platz im Rudel zu suchen und zu festigen. Es ist wichtig, dass wir ihm klar machen, dass die Stellung des Hundes die unterste im ?Familienrudel“ ist.
Mit kleinen Aufgaben und Übungen, auch jenen, die zur Unterordnung gehören, kann der Mensch seine Stellung als Rudelführer festigen, wobei er durch Selbstsicherheit und nicht durch Gewalt seine Stellung unterstreichen sollte. Es ist eine kritische Phase, die sehr leicht zu künftigen Erziehungsschwierigkeiten führen kann, wenn diese Vorrangstellung als umsichtiger und überlegener Chef vom sehr scharf beobachtenden Hund nicht anerkannt werden kann. Er ist jetzt sehr geneigt, die eigene Ranghöhe zu verbessern, wenn das Leitbild versagt. Das beginnt damit, dass er sich weniger um die Wünsche seines Herrn kümmert, bereits gelernte Kommandos geflissentlich überhört ? so fordert er uns heraus. Wir werden dann gern böse und machen alles noch verkehrter – das steigert sich bis zu dem Tag, an dem uns der inzwischen erwachsene Hund direkt droht oder uns ganz raffiniert überrundet, indem er sich zu einem Haustyrannen entwickelt. Wenn der Herr als Chef versagt, muss es der Hund werden, denn eine Familie ohne Anführer oder Haushaltungsvorstand darf es – zumindest in den Augen des Hundes – nicht geben!
Was beim Menschen das Schulalter ist, entspricht bei Hunden dem Alter zwischen dem fünften Monat und dem Beginn des zweiten Lebensjahrs. In dieser Zeit ist die Lernfähigkeit sehr groß. Damit ist die Zeit gekommen, jeden Tag verstärkt Gehorsamsübungen durchzuführen. Der Sozialisierungsprozess im Zusammenleben mit Menschen und Artgenossen geht in dieser Phase weiter, wobei die sozialen Verhaltensweisen differenzierter werden. Der junge Hund hat idealerweise den Chef in der Familie ausgemacht ? man merkt deutlich, wem er sich am besten unterordnet und gehorcht. Wobei bitte nicht übersehen werden darf: Unterordnen muss er sich gegenüber allen. Auch außerhalb der Familie zeigt sich, dass der Hund unterschiedlich reagiert. Einigen Menschen begegnet er mit Zutrauen, anderen gegenüber ist er reserviert und unsicher. Das ist ein normales Zeichen für das Erwachsen werden. Auch im Umgang mit Artgenossen können Sie verschiedene Verhaltensmuster beobachten. Bekannte Spielkameraden werden schnell zum Toben aufgefordert, fremde Hunde dagegen erst einmal unterwürfig begrüßt.
Pubertätsphase (7. – 10. Monat)
Im Alter von 7 bis 9 Monaten werden die meisten Hunde auf einmal ungewohnt renitent, sie erscheinen dumm, dreist und flegelhaft, manchmal aber auch eher dünnhäutig und reizbar. Viele Hunde machen nun eine zweite Angstphase durch und es ist sehr hilfreich, wenn der Hund bis zu diesem Zeitpunkt eine sichere Bindung und ein starkes Vertrauen zu seinem Hundeführer aufbauen konnte. Belastungen sollte man während der Pubertät möglichst vermeiden (z.B. keine neuen Übungen, keine gravierenden Veränderungen im Alltag). Stattdessen sollte man mit seinem Hund in dieser Umbruchzeit wieder ähnlich vorsichtig wie mit einem Welpen arbeiten und ihm Rückhalt geben. Weder Fisch noch Fleisch (Großbaustelle Gehirn). Ein Hund in der Pubertät ist beileibe keine Schönheit. Genau wie beim Menschen verändert sich auch beim Hunde-?Backfisch“ das Aussehen: Er sieht irgendwie unmöglich aus, so als würden seine Einzelteile nicht recht zusammenpassen. Er läuft wie auf Eiern, wirkt hochbeinig und schlaksig. Erst im Alter von 12 – 14 Monaten hat der Hund dann seine endgültige Widerristhöhe erreicht, wird danach aber noch kräftiger und substanzvoller.
Etwas Führung braucht der Hund. Wüst, stürmisch und das Gehör auf Durchzug ? mit übersprudelnder Lebenslust scheint unser Energiebündel auf einmal nur noch Unsinn im Sinn zu haben. Zum Lernen hat der Hund nun überhaupt keine Lust. Statt des Gedächtnisses scheint der Lümmel nur noch Watte im Kopf zu haben. Die bereits bekannten Kommandos werden von unserem ?lebensfrohen“ Hund jetzt oft geflissentlich überhört und man bekommt den Eindruck, die ganze bisherige Erziehung habe nichts genutzt. Es ist zum Verzweifeln. Und dann gibt es Momente im Leben eines Hundebesitzers, da wäre es schön, wenn der Hund die Ohrstöpsel mal rausnehmen würde. Er benimmt sich wie Monate zuvor, nur dass er inzwischen groß und stark geworden ist. Der Trotzkopf testet seine Grenzen oft gnadenlos aus. Besonders pubertierende selbstbewusste Rüden versuchen, die Rangordnung auf den Kopf zu stellen und protestieren gegen Anordnungen „von oben“. Die jungen Rebellen brauchen vom Boss viel Geduld, eine Prise Nachsicht und eine Riesenportion Konsequenz.
Doch keine Sorge – auch die Hundepubertät geht vorüber. Hunde haben zum Glück nur Flegelmonate, keine Flegeljahre! Mal ehrlich waren wir nicht auch mal so in unserer Pubertät? Kleinere, unwesentliche Dinge sollte man in dieser Zeit ganz einfach übersehen, alles andere ganz bestimmt und ohne Aufregung unterbinden ? konsequent und unnachgiebig. Lassen Sie bei Ihrem Schnösel nicht das Gefühl aufkommen, er könne Ihre Befehle nur dann respektieren, wenn es ihm gerade passt. ?Er ist halt so? ist nur eine Bestätigung für menschliche Schwäche. Viele Hundehalter hoffen immer noch, dass sich das rüpelige Verhalten irgendwann nach der Pubertät wieder gibt. Und so hoffen sie und hoffen sie und warten und warten. Leider wird das Verhalten der Hunde in der Regel aber immer ausgeprägter und gefestigter. Machen Sie Ihrem Rebellen deshalb unbedingt klar, dass es Ihnen ernst ist und dämmen Sie den „Aufstand“ sofort mit Konsequenz ein. Bleiben Sie ruhig dabei, aber geben Sie nicht nach.
Aufstrebender dynamischer Jungrüde sucht. Es ist nicht ungewöhnlich, dass heranwachsende Rüden und Hündinnen bei Einsetzen der Pubertät aufreiten, um sich einen höheren Rang in der Mensch/Hund-Meute zu verschaffen. Meist legen sie dieses Verhalten ab, sobald sich der Hormonhaushalt eingespielt hat ? aber nur, wenn Sie die Position des Rudelführers eingenommen haben. Es ist wichtig, dass Sie Ihren Hitzkopf daran erinnern, dass Sie immer noch Anführer sind und auch bleiben wollen. Der Jungspund erwartet das Leitbild des erfahrenen, psychisch überlegenen Anführers. Es ist also eine kritische Phase, die sehr leicht zu künftigen Erziehungsschwierigkeiten führt, wenn diese Vorrangstellung als umsichtiger und überlegener Meuteführer vom scharf beobachtenden Hund nicht anerkannt werden kann. Ein dominanter ?Kopfhund? ist jetzt sehr geneigt, die eigene Rangfolge zu verbessern bzw. umzukehren. Wenn das Leitbild versagt, wird er zum raffinierten Haustyrannen. In der Natur würde der junge Wolf nun bald sein Rudel verlassen. Aber unser Hund ist nach dieser kritischen Zeit dankbar, dass er doch noch bei uns bleiben darf.
In der Tat sind die meisten Hunde mit elf bis zwölf Monaten ausgewachsen. Bei größeren Hunden kann das aber auch erst mit achtzehn Monaten der Fall sein.
Der erwachsene Hund
Bei einem zweijährigen oder älteren Hund haben Sie es dann schon mit einer ausgereiften Hundepersönlichkeit zu tun. Sowohl erwünschte als auch unerwünschte Verhaltensweisen haben sich festgesetzt. Dennoch kann das Gewohnheitstier Hund auch jetzt noch Kommandos und Gehorsam lernen ? nur eben nicht mehr ganz so leicht. Voraussetzung ist eine enge Bindung zum Menschen, eine klare Rudelführung. Außerdem sollte der Hundehalter ausreichend Zeit haben, sich täglich mit dem Tier zu beschäftigen.
Natürlich ist es einfacher, einen jungen Hund neue Dinge zu lehren als einem älteren etwa vorhandene Unarten abzugewöhnen. Wenn Sie aber den Wunsch haben, einen älteren Hund zum Beispiel aus dem Tierheim zu übernehmen, sollten Sie sich davon nicht abschrecken lassen. Mit ein wenig Hundeverstand lassen sich viele Probleme lösen. Sie müssen dann nur besonders geduldig und konsequent sein. Beispiel Trennungsangst: Sie ist bei Hunden aus dem Tierheim äußerst verbreitet. Durch eine vertrauensvolle Beziehung und gezielte Gewöhnung an immer längere Trennungsmomente ist Trennungsangst aber auch zu lindern.
Grundsätzlich gilt: Wenn Sie mit den Verhaltensweisen eines erwachsenen Hundes unzufrieden sind, sollten Sie nicht resignieren. Wie der Mensch lernt auch der Hund in jungem Alter besser, bleibt aber als Erwachsener lernfähig. Die Lernfähigkeit ist dabei die eine Sache. Die andere ist es, wie Ihr Hund lernt.
Die Trainer der Tophundeschule wünschen Ihnen und Ihrem Hund weiterhin viel Spaß und ein frohes und gesundes neues Jahr!
About the Author: Detlev Schönfelder
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Pubertдt?
Ben, mein Labrador Ben ist nun 4 Monate jung und irgendwie dreht er ziemlich am Rad.
Bisher lief unsere Hundeerziehung recht gut - er kommt, wenn wir rufen, macht Sitz und Platz, bleibt auf Kommondo.
Der Gassi Gang mit Leine erwies sich anfangs als anstrengend, weil er stдndig die Seiten wechselte, stдndig alles vom Boden aufhieb (macht er immernoch) - aber auch dies hatte sich zwischenzeitlich gelegt.
Eigentlich kцnnten wir stolz auf unseren Hund sein. Wenn, ja wenn er nicht von heute auf morgen gemeint hat, alles zu vergessen, was wir ihm beigebracht haben :-( Das gibts doch gar nicht. Beim Zeichen Sitz kцnnte ich locker 5 Minuten warten, bis er endlich seinen Hintern bewegt. Und plцtzlich ziehen wir mal eben an der Leine, dass ich mir schon fast die Schulter ausgekugelt habe.
Gibts sowas wie eine Pubertдt bei Hunden? MuЯ ich jetzt wieder komplett von vorne anfangen?
ja sowas gibts, aber ich kenn das eher ein wenig spдter. unser Balou so mit 7-8 Monaten.
Die gute Nachricht ist, er hat´s nicht verlernt, die schlechte. er tut so als hдtte er´s verlernt*g. Geduld und Durchsetzungsvermgen sind deine neuen Begleiter*schelmischgrins
Antwort auf: Pubertдt? von: putzfimmeline
Pubertдt ist das noch keine, aber da du Kinder hast, erinnerst du dich vielleicht dran, daЯ sie am Anfang nur existieren - da dreht sich alles um Mama und Papa und irgendwann ein paar Monate spдter kommt die Erkenntnis, daЯ es auch noch sowas wie ein "ich" gibt - da werden dann Grenzen erkundet, eigene Mцglichkeiten ausgekundschaftet, ebenso wie die nдhere Umgebung und genau in der Phase ist wohl nun dein Hund. Das was du ihm vorher beigebracht hast ist nicht wirklich weg, aber richtige Erziehung wars auch noch nicht - ein Welpe/Junghund folgt einem am Anfang automatisch, da brauchts keine Erziehungskьnste - die Erziehung fдngt jetzt erst richtig an und in der noch folgenden Pubertдt wird dann deine Konsequenz auf die Hдrteprobe gestellt und die Frьchte deiner Bemьhungen die darfst du dann anschliessend erst so richtig auskosten 1
ein 4 monate alter hund entspricht etwa dem nervenden 3-jдhrigen kleinkind, das an der supermarktkasse den aufstand probt oder im kaufhaus plцtzlich verschwunden ist ;)
bis zur pubertдt kommt dann noch die eine oder andere trotzphase, auch wie beim kind, nur dass es beim hund eben etwas schneller ablдuft.
und wie justine schon geschrieben hat: der jungspund hat nicht wirklich vergessen, was er gelernt hat, er testet nur ganz gewaltig, ob du auch das meinst, was du sagst!
Antwort auf: Pubertдt? von: putzfimmeline
weil er festgestellt hat, das er es machen kann. Weil du es geschehen lдЯt. Wirkst du von Haus aus dagegen lдЯt er ganz zackig wieder bleiben, lдЯt du nach wird er dich wieder testen. Es ist ein junger Hund. Waren wir als Kinder anders? Nein. Warum verlangst du von einem Tier etwas, das selbst der Mensch nicht hin kriegt?
Vergleich von Mensch und Tier etwas "Banane". Aber wenn ich mir es recht ьberlege - ja, ich verlange von einem Mensch, in diesem Fall meine Kinder, die Befolgung mancher Regeln, die dem Familienwohl dienen und finde es GUT.
Es bleibt mir wohl, schlichtweg konsequent zu bleiben; die Schwierigkeit liegt darin, alle an einem Strang ziehen zu lassen und das ist manchmal anstrengender als die alleinige Fьhrung.
Antwort auf: Pubertдt? von: putzfimmeline
bei Hunden ist vцllig normal
allerdings kommen mir 4 Monate etwas frьh dafьr vor
ich denk eher er hat sich jetzt richtig eingelebt und fьhlt sich auch in der Umgebung sicher und vertraut
Er ist jetzt so langsam kein Welpe mehr sondern ein Junghnd . Ins Teeniealter kommt er erst spдter - und da fдngt so mancher mit dem Erziehen nochmal von vorn an.
Antwort auf: Pubertдt? von: putzfimmeline
Also ich kann Dich beruhigen so eine Phase hat eigentlich jeder Junghund. Mein Deutsch Kurzhaar ist kommenden Sonntag 6 Monate und noch nicht inder Pflegelphase wo er mich Ignoriert! Aber keine Angst diese Phase ist auch bald wieder vorbei & Nein verlernt hat er Nichts aber er will Dich auch Testen inwiefern Du Dich durchsetzt oder ob er das Kommando ьbernehmen kann. Auch meiner ist nicht von Anfang an super an der Leine gelaufen und auch meiner findet alles klasse was so auf dem Boden liegt lдsst es aber fallen wenn ich Aus sage. Also keine Angst das ist nur vorьbergehen wenn Du Ihm JETZT von Anfang an zeigst wer der Chef ist und wer das Kommando angibt auch wenn das bei Deinem Ben noch recht frьh ist.
Antwort auf: Pubertдt? von: putzfimmeline
4 Monaten hat dein Hund noch ein wenig Zeit bis zur Pubertдtsphase. Aber im Verlauf der Entwicklungsphasen des Hundes gibt es nach der Sozialisierungs- und vor der Pubertдtsphase noch eine Rangordnungs- (3.-4.Monat) und die Rudelordnungsphase (5.-6. Monat).
In dieser Zeit wird der "Rudelfьhrer" auf seine Fьhrungsstдrke getestet und man muЯ sehr konsequent das bereits erlernte nochmals bekrдftigen und auf der Einhaltung klarer Regeln bestehen. Auch wen der Hund innerhalb des Familienverbandes hinkьnftig als seinen Anfьhrer betrachtet, entscheidet sich wдhrend dieser Zeit. (Bei uns war das z.B. immer meine Frau, weil unzweifelhaft in Hundeaugen die Fдhigkeit, eine gefьllte Futterschьssel herbeizaubern zu kцnnen, schwerer wog, als alle meine Fдhigkeiten)
Und erst dann, wenn man alles halbwegs ьberstanden glaubt, kommt die Pubertдtsphase, wo alles noch einmal in Frage gestellt wird. :-)
dann wird mir mein kleiner stinker ja nur 4 wochen treudoof hinterherlatschen, schade eigendlich xD
GenieЯe diese 4 Wochen.
So lieb, brav und unkompliziert werden sie frьhestens in 3 bis 4 Jahren wieder (und selbst dann nur wenn man bis dahin nicht allzuviel falsch macht) :-)
Antwort auf: na ihr macht mir ja mut u.u von: Kьrbisflasche
Ja, genieЯe diese zeit, das ist am Anfang die schцnste! Maya hat mit ca 8 Monaten das "zicken" angefangen, zeitweise war es wieder vцllig ok, momentan ist sie 17 Monate und vцllig "taub"! Manchmal kцnnt ich ihr echt den Hals umdrehen, aber bei unserer Hunsegruppe am Hundeplatz sind grad alle so in den alter, da sieht man auch einige die noch "schlimmer" sind, das macht mir dann schon hoffnung und ich bin heil froh wenn die Dame dann entlich etwas дlter und "erwachsener" wird. :)
naja ich werd jede phase auf meine art genieЯen lol
meine kater hab ich ja mehr oder minder auch groЯ gekricht,
obwohl ich ehrlich gesagt gestehen muss das ich es kaum erwarten kann das er dann endlich ausgewachsenen bzw erwachsen ist. ich hab irgendwie eher die schwдche fьr erwachsene lebewesen
kinder liegen mir nich so - egal ob mensch oder tier
aber er wird ja lдnger erwachsen als kind sein ^.^
Antwort auf: Pubertдt? von: putzfimmeline
Also ich mag mir jetzt nicht alle Antworten durchlesen. Aber das sind sozusagen die Flegeljahre des Hundes. Also unsere ist jetzt 8 Monate und da geht das langsam los. Das ist ganz normal. Wie sagt unsere Trainerin immer. Ihr bringt es dem Hund bei, dann kommen die Flegeljahre und ihr fangt wieder von vorne an und danach hat er es dann aber drauf! ;)
mein Hund hat zur Zeit so ne pubertдre Phase und er ist irgendwas zwischen 3 und 4 Jahren . Durchhaltevermцgen zu haben ist eine sehr groЯe Challenge ;D
Antwort auf: Pubertдt? von: putzfimmeline
Ich wьrde mir nicht soviel gedanken machen, dein Hund lernt jeden Tag immer wieder neu. Bis zum 3ten Lebensjahr ist er im Teenageralter. Das heisst das er bis dahin. viel viel Blцdsinn im Kopf haben kann.
Meine Hьndin ist jetzt 2. Sie Hцrt aufs Wort kennt alle Kommandos. Aber ab und an meint sie, sie kцnnte immer wieder die Grenzen testen ob sie doch mal anders machen darf, kann als wie ich mцchte.
ist aber wie gesagt normal.
Jeden Tag ьben, jeden Tag das gleiche Training. Und mit Leckerchen belohnen. Ich liebe Meine sьsse und bin sehr stolz auf sie.
Adoleszenz –
Der faszinierende Weg
der Jugendentwicklung des Hundes
Das Zusammenleben mit unseren vierbeinigen "Youngstern" kann mit unter sehr unterhaltsam, aber auch äußerst anstrengend für Mensch und Hund sein.
Wir selbst begleiten im Augenblick unser jüngstes vierbeiniges Familienmitglied Levin, einen 12 Monate alten Field Trial (Arbeitslinie) Golden Retriever Rüden, in seiner Jugendentwicklung. Diese spannende Zeit wird "Adoleszenz" (lat. adolescere = "heranwachsen") genannt.
Der Übergang von der Welpenzeit zur juvenilen Phase ist eine fließende Entwicklung. Wenn der Zahnwechsel abgeschlossen ist, spricht man nicht mehr von dem Welpen, sondern von dem Junghund.
Der Hund ist nun aus seinen Welpenschuhen heraus gewachsen, er hat sich von seinen Milchzähnchen verabschiedet und die Hormone fangen an ihren Job intensiver zu betreiben und den nächsten Fortschritt seiner Entwicklung einzuläuten.
Bei Levin konnten wir den Junghund sogar riechen. Der angenehme Welpengeruch verflog so langsam und noch einige Zeit roch sein Fell sehr neutral. Wie über Nacht jedoch, von jetzt auf gleich stellten wir fest, dass der kleine Mann auf einmal nach "Hund" duftet.
Aber es sind nicht nur die Geschlechtshormone, die nun fleißig arbeiten, sondern das Gehirn wird zur Großbaustelle eröffnet. Doch dazu später mehr.
Während der Pubertät erreichen die Juvenilen ihre Geschlechtsreife. Diese tritt bei den meisten domestizierten Tieren (und auch bei uns Menschen) sehr früh ein, was aber nicht heißt, dass das Individuum automatisch erwachsen ist, sprich eine gewisse emotionale und geistige Reife mitbringt.
Theoretisch könnten sie nun Nachkommen "produzieren". Geschlechtsreif zu sein bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass der Hund nun auch großes Interesse zeigt sich zu vermehren. Der Sexualtrieb entwickelt sich häufig langsamer. Wenn bspw. ein 2-3jähriger Rüde, der zur Zucht eingesetzt werden soll, keinen großen Drang hat, sich mit einer Hündin zu paaren, ist dies nicht gleich verhaltensauffällig. Der Rüde ist in vielen Fällen einfach noch nicht so weit in seiner Entwicklung.
Hündinnen die ihre erste Läufigkeit erleben erwecken oft den Eindruck, dass sie überhaupt nicht wissen, was mit ihnen los ist, bzw. warum ein Rüde auf einmal so großes Interesse an ihnen hat.
Hat der Hund die Geschlechtsreife erreicht, ist die Pubertät abgeschlossen und es schließt sich nahtlos die Adoleszenz an. Es gibt unterschiedliche Definitionen zur Adoleszenz und somit auch verschiedene Bezeichnungen dieses Zeitfensters. Pubertät, Flegeljahre, Reifezeit, etc.
Worte lassen Bilder im Kopf entstehen, daher finde ich die Definition, die Pubertät und die Adoleszenz voneinander trennt, sehr wichtig und passend. Wenn wir die Entwicklung bis zur vollständigen Reife als Pubertät oder Flegeljahre bezeichnen, öffnen wir ganz leicht eine Schublade für Verhalten, die unseren Blick und unseren Umgang mit dem Hund verändern könnte. Ein Flegel respektiert uns nicht. Das greift unser Persönlichkeit an. Dabei ist die Adoleszenz lediglich die Zeit des Ablösens von den Eltern und der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.
Die Adoleszenz beschreibt die Entwicklungs"phase" zwischen der Geschlechtsreife und dem Erwachsensein. Dieser Lebensabschnitt betrifft bei Hunden ca. das Zeitfenster vom 5. – 24. Lebensmonat.
Bei Hunden größerer Rassen kann sie auch noch länger dauern. Man liest in einigen Rassebeschreibungen der größeren Hunde, dass sie "Spätentwickler" seien. Dies bedeutet, dass diese Hunde für ihre Jugendentwicklung mehr Zeit in Anspruch nehmen und durch aus erst mit 3-4 Jahren ihre geistige und emotionale Reife erreichen.
Ebenso auch bei Frühkastraten. Hunde die sehr früh kastriert werden, sagt man nach, dass sie länger verspielt und „kindlich“ bleiben. Dies basiert auf einer langsameren Gehirnentwicklung während der Jugendentwicklung. Bei frühkastrierten Hunden bleibt das Zeitfenster der Adoleszenz länger geöffnet.
Bei Hunden gibt es ebenso eine geschlechtsspezifische Unterscheidung, wie bei uns Zweibeinern. So entwickeln sich auch bei Hunden, die Rüden etwas langsamer als die Hündinnen. Das Gehirnwachstum ist bei männlichen Säugetieren erst später abgeschlossen.
Im Training taucht immer wieder die Frage auf: "Ist mein Hund nun schon in der Pubertät?" oder "Ist er jetzt schon erwachsen? Woran erkenne ich, dass mein Hund nun in der Pubertät steckt?". Den Rüden wird beispielsweise nachgesagt, dass dem so sei, sobald sie anfangen das Bein zu heben und Markierverhalten zeigen.
So weit so gut, Levin hat sein Beinchen bereits mit 9 Wochen sehr sicher gehoben und uns erst einmal einen Schrecken eingejagt ;-). Ich dachte mir damals: "Oh je, was kommt da noch auf uns zu, wenn er dieses Verhalten jetzt schon an den Tag legt? Wie viel Testosteron beherbergt er jetzt schon in sich? Wird er ein kleiner frühreifer, draufgängerischer Chaot?"
Ein kleiner liebenswerter Chaot ist er, aber nichts von dem, was ich mir ausmalte im Bezug auf das sehr frühe Beinchen heben ist eingetreten. Man kann, wie so vieles, nicht einfach pauschalisieren. Und jedes Individuum zeigt sich in seiner Entwicklung anders. Übrigens – Levin zeigte noch kein Markierverhalten, obwohl er das Bein hob.
Die Übergänge von der Welpenzeit in die Pubertät und die anschließende Adoleszenz sind schleichende Prozesse. Man kann nicht genau sagen, wo sich das eine Fenster der Jugendentwicklung schließt und sich das andere öffnet. Aber man spürt die Veränderungen an seinem Hund.

Woran erkenne ich nun, dass die Jugendentwicklung meines Hundes fortschreitet?
Ein paar Verhaltensweisen möchte ich Ihnen an Hand von Levin aufzeigen. Levin lässt uns an seiner Jugendentwicklung sehr teilhaben. Wir konnten und können folgende beobachten:
- Berührungsempfindlichkeit ist gestiegen, d.h. bei spontanen Berührungen zuckt er öfters zusammen. Daher achten wir noch viel intensiver darauf Handlungen, die wir an ihm ausführen, wie beispielsweise das Öffnen der Geschirrschnallen, anzukündigen, bevor wir die Handlung ausführen. Das ruhige Genießen, wenn Bekannte ihn streicheln fiel ihm nicht leicht und auch beim Abtrocknen fällt es ihm schwerer stillzuhalten.
- Entspannungssignale mit direkter Berührung sind schwerer zu konditionieren, bzw. aufzuladen.
- Manchmal möchte er 1000 Dinge auf einmal tun, d.h. er fängt eine Handlung an und während er dabei ist, fällt ihm ein etwas anderes auch noch zu tun ohne sein erstes Vorhaben zu beenden. Beispiel: Levin knabbert an seiner Torgas-Kauwurzel. Dann fällt ihm ein, dass er uns schon eine Weile nicht mehr seine Liebe bekundet hat und auf dem Weg zu uns stolpert er über ein anderes Spielzeug, das sein Interesse weckt. Beim Spazierengehen, kann es passieren, dass er an einem ganz wichtigen Knotenpunkt seine Visitenkarte hinterlassen möchte und dafür aber dann doch keine Zeit hat, weil er schon wieder etwas anderes im Sinn hat.
- Sein Radius hat sich erweitert und Umwelterkundung findet häufiger statt, d.h., sein Interesse an der Umwelt ist deutlich gestiegen. Er entfernt sich weiter von uns weg, als noch vor ein paar Wochen.
- Markierverhalten ist deutlich zu erkennen. Dies bemerken wir daran, dass er sich mehr Zeit nimmt für Gerüche bevor er seine Marke setzt. Er dreht gerne nochmal um, weil ihm eine Geruchsstelle in das Näschen flog, die er nicht auslassen möchte. Vor allem die Häufigkeit des Urinabsatzes ist gestiegen und er ist öfters mit von der Partie, wenn unsere anderen zwei Hunde sich eine gemeinsame Stelle auserkoren haben.
- Das Aufschlecken von Urin fing an, was ebenso eine Kommunikationsart unter Hunden darstellt. Die Hunde schlecken "Gerüche" auf, um einen intensiveren Eindruck zu bekommen. Die Stoffe werden über das Jakobson- Organ (Jacobsonsche Organ) hinten am Gaumen aufgenommen und der Hund bekommt die Information beispielsweise über den Gesundheitszustand, Hormonstatus und/oder Zyklusstand eines Artgenossen.
- Sein Erregungsniveau schnellt heftiger nach oben. Levin schafft es schneller von 0 auf 300. Manche Reaktionen sind impulsiver und Dinge, die ihn vor einigen Wochen überhaupt nicht mehr interessierten, werden auf einmal wieder sehr aufregend.
- Seine "Maulaktivität" erhöhte sich nochmals enorm, wir gehen davon aus, dass dies auf die erhöhte Aktivität der Stresshormone basiert. Er zeigt ein nochmals gesteigertes Kaubedürfnis – zum Leidwesen unserer Einrichtung. Alles was über das Maul geht, sei es schlecken, knabbern, beißen oder essen entspannt in vielen Fällen.
- Das Lernen hat seine Höhen und Tiefen, d.h. es gibt Situationen, da überrascht uns der kleine Mann enorm mit abrufbaren erlernten Verhaltensweisen oder auch mit neuen Aufgaben. Vor allem die, die ihm Spaß machen und seinen aktuellen Bedürfnissen gerecht werden. Da denke ich häufig: "Wahnsinn wie schnell er Dinge annimmt." Auf der anderen Seite steht dann in manchen Situation sein fragender Blick: "Was möchtest Du von mir? Das habe ich noch nie gehört. "
- Ressourcen werden ihm wichtiger. Wir können sehr schön beobachten, dass er nicht mehr so besonnen an Kauartikeln in Anwesenheit der anderen Hunde knabbern kann. Er fängt an, Gegenstände die ihm wichtig sind, in Sicherheit zu bringen. Einem anderen Rüden gegenüber hat er vor ein paar Wochen das erste Mal unsere Hündin verteidigt. Dies alles aber in einem sehr schönen Kontext mit ihm zur Verfügung stehenden Kommunikationsmitteln.
. letzt endlich ein ganz normaler Hund ;-)))
Oft bekomme ich als Trainerin zu hören: "Mein Hund ist schrecklich pubertierend!",
"Er ist ungehorsam und testet seine Grenzen täglich.", "Mein Hund ist aufmüpfig, dominant und stellt die Rangordnung in Frage. ".
Was ist dran an diesen Aussagen? Werden einst zuckersüße Welpen auf einmal zu Monstern, die die Weltherrschaft übernehmen möchten und legen Verhaltensweisen an den Tag, nur um uns zu ärgern? NEIN!
Es sind völlig normale Reaktionen eines physiologischen Ablaufs, die leider viel zu häufig mit menschlichen Emotionen einhergehen und interpretiert werden. Kein Hund zeigt Verhaltensweisen um uns zu ärgern – sondern er kann in dieser Situation einfach nicht anders. Es können ganz unterschiedliche Faktoren mitspielen, die das "nicht können" beeinflussen – und dies ist nicht nur bei Hunden so, die sich in der Adoleszenz befinden.
Beispielsweise ist der Reiz aus der Umwelt zu stark, gesundheitliche Probleme können einen Rolle spielen, der Hund hat Angst, steht vielleicht unter Einfluss von Stressoren, die uns in der Situation gar nicht bewusst sind oder die Fellnase hatte einfach noch nicht die Möglichkeit erwünschtes Verhalten in dieser Situation zu lernen.
Doch was passiert in dieser Zeit der Jugendentwicklung?
Es finden im Gehirn wahnsinnig viele "Umbauarbeiten" und damit verbundene Veränderungen statt.
- Der Mandelkern (= Amygdala) ist das emotionale Bewertungszentrum, welches die Wahrnehmung und die Reaktionen steuert. Der Mandelkern vergrößert sich in dieser Phase und er reagiert empfindlicher und intensiver auf Reize aus der Umwelt. Dies bedeutet, dass Reaktionen emotionaler ausfallen. Dies ist leider ein guter Nährboden für Angst- und Aggressionsverhalten.
- Die Großhirnrinde, in der bewusste Vorgänge, kognitive Prozesse, planvolles Handeln, willkürliche Ausführung von Bewegungen, etc. verarbeitet werden, baut Synapsen ab. Diese Synapsen sind Kontaktstellen zwischen Zellen und dienen der Signalübertragung und der Speicherung von Informationen.
- Der präfrontale Kortex der Großhirnrinde ist der Sitz des "Arbeitsspeichers" und für bewusste Entscheidungen. Er empfängt die verarbeiteten Reize und die aus dem Mandelkern stammende emotionale Bewertung und darauf hin resultiert die nächste Reaktion. Dieser Hirnbereich reift erst später aus und wird während der Jugendentwicklung kleiner.
- Der Stresshormonspiegel ist bei allen Säugetieren während der Adoleszenz am höchsten. Daher kann es auch passieren, dass der Hund in seiner Welpenzeit beispielsweise mit dem Geschirr keinerlei Schwierigkeiten hatte und plötzlich der Meinung ist, Geschirrtragen sei gruselig. Die Körperoberfläche ist in dieser Zeit wesentlich sensibler.
- Die Rezeptorendichte und -empfindlichkeit für Dopamin verändert sich in verschiedenen Gehirnarealen. Dies ist mit gesteigertem Neugierverhalten verbunden und hat zur Folge, dass das Belohnungssystem viel leichter erregbar ist. Selbstbelohnendes Verhalten bekommt einen größeren Stellenwert. Dem Hund fällt es schwerer sich von für ihn wichtigen und lohnenswerten Dingen abzulassen.
Dies sind die Gründe, warum der Hund für uns schwieriger einzuschätzen und zu kontrollieren wird, denn er reagiert emotionaler, wirkt auf seine Bezugspersonen unkonzentrierter und gereizter. Seine emotionale Erregbarkeit ist leichter auslösbar und er zeigt Veränderungen im Verhalten auf ihm bekannte Reize. Trennungsstress kann auf einmal wieder zur Herausforderung für eine Familie werden, obwohl man dachte, der junge Hund hätte das Alleinebleiben schon bestens gelernt.
Das Spielverhalten des Junghundes verändert sich, was bedeuten kann, dass er forscher oder gar wählerischer in der Auswahl seiner Freunde wird. Konkurrenzverhalten tritt auf sei es im Zusammenhang mit Sexualverhalten oder auch anderen Ressourcen.
Der Hund fängt an sich abzunabeln und das Neugier- und Erkundungsverhalten steigert sich. Ebenso kann das Jagdverhalten zum Vorschein treten. Das Risikoverhalten der jungen Wilden ist ausgeprägter und sie können Gefahren schwerer einschätzen. Der junge Hund ist stressanfälliger und somit sind auch seine Reaktionen auf Stressoren intensiver! Dabei sollten wir nicht vergessen, dass das Gehirn des Vierbeiners entscheidet, was für ihn Stressoren sind – und nicht wir.
Dieses Verhalten während der Jugendentwicklung hat nichts mit Dominanz oder Rangordnung zu tun! Die Hunde können stellenweise nicht anders und sind "Opfer" ihrer eigenen Entwicklung.
Dies soll nicht bedeuten, dass wir uns zurücklehnen und uns darauf ausruhen,
nach dem Motto: "Es ist eine Entwicklungsphase und die "Probleme" verwachsen sich, wenn der Hund älter ist." Wir Menschen neigen dazu, wenn alles optimal verläuft, immer noch eins drauf zu setzen und den eigenen Anspruch weiterhin zu erhöhen.
Die riesigen Fortschritte beim Lernen in der Welpenzeit (steiler Anstieg der Lernkurve) verwöhnen uns und wir sind entsetzt wenn das Training auf einmal stagniert oder es sogar Rückschritte gibt! Ich glaube Sätze wie "Das hat er noch nie gemacht!" fallen in der Adoleszenz besonders häufig. Auf Grund der Fehleinschätzung "Der Hund macht dies mit Absicht", oder "Er verweigert klar denkend die Kooperation", wird oftmals angeraten strenger und härter mit dem Hund umzugehen. Dies erweist sich jedoch fast immer als ein Schuss nach hinten. Zum einen tun wir den jungen Fellnasen unrecht und zum anderen hat dies gravierende Folgen, denn:
- Das Mensch-Hunde-Team schaukelt sich gegenseitig emotional weiter nach oben. Sehr oft finden immer härtere Strafen Anwendung. Dies hat zur Folge, dass das Vertrauen ineinander enttäuscht wird und die Bindung stark bröckelt. Bindung charakterisiert sich durch einen überproportionalen Austausch an POSITIVEN Verhaltensreaktionen! Unser größter Wunsch ist es ja zu unseren Hunden nicht einfach nur in irgendeiner Beziehung zu stehen, sondern eine gemeinsame, schöne und stabile Bindung auf zu bauen.
- Der Hund entwickelt noch leichter Angst- und/oder Aggressionsverhalten.
- Der Hund kann in die sog. erlernte Hilflosigkeit rutschen, das heißt, er beugt sich seinem Schicksal und geht den Weg des geringsten Widerstandes, was meist von chronischem Stress zeugt.
- Der Hund wird immer frustrierter, weil er seinen aktuellen Bedürfnissen nicht nachkommen kann. Dies öffnet andere unerwünschte Ventile im Verhaltensrepertoire unserer Lieblinge.
Was bedeutet dies im gemeinsamen Alltag mit dem Junghund?
- Im Training und Alltag sollten wir darauf achten, unerwünschtes Verhalten zu verhindern und sämtliche erwünschte Verhaltensweisen einzufangen mit Hilfe des Markersignal und diese adäquat belohnen.
- Lassen Sie Ihren Hund auch einmal agieren und verstärken Sie vermehrt das von ihm selbst gezeigte Verhalten, denn vor jedem unerwüschten Verhalten zeigt der Hund noch erwünschtes!
- Versuchen Sie in einem gesunden Maß die Frustrationstoleranz Ihres Hundes zu erhöhen und zu festigen. Eine Prioritätenliste ist sehr hilfreich, da die Ressource "Impulskontrolle" im Hundegehirn, die für die Selbstkontrolle verantwortlich ist, nicht endlos belastbar ist! Das "Impulskontrolltöpfchen" ist irgendwann ausgeschöpft!
Legen Sie deshalb das Hauptaugenmerk für die Selbstkontrolle des Hundes auf Situationen, in denen die Auslöser ein erhöhtes Erregungsniveau nach sich ziehen. Dazu gehört nicht unbedingt das Warten vor dem Futternapf oder minutenlanges "Fuß" laufen, sondern Begegnungen mit Artgenossen und/oder diverse Situationen im Alltag. Hier sind wichtige Hilfsmittel das "Zeigen & Benennen" sowie das Training von Entspannungssignalen.
- Um in herausfordernden Trainingssituationen das emotionale Gleichgewicht wieder herstellen zu können, empfiehlt sich das Arbeiten am Erregungsniveau des Hundes mit konditionierten Entspannungssignalen.
- Bringen Sie Ihrem Hund die Welt noch mal mit viel Fingerspitzengefühl näher und unterstützen Sie ihn in schwierigen Lern-, Lebens- und Alltagssituationen.
- Begleiten Sie Ihren Youngster durch diesen Lebensabschnitt mit viel Verständnis und gemeinsamen Spaß.
- Gehen Sie im Training wieder einen Schritt zurück und passen Sie Ihre Erwartungshaltung an, indem Sie den Leistungsanspruch an den Hund zurückschrauben. Festigen Sie das, was Ihr Hund bisher gelernt hat und geben ihm Sicherheit!
- Versuchen Sie Übungen, Beschäftigungen und Belohnungen so in den Alltag und das Training zu integrieren, dass Sie den Bedürfnissen Ihres Hundes nachkommen (bspw. Distanzvergrößerung zulassen), um das Erregungs- und Frustrationsverhalten gar nicht erst im Übermaß zu strapazieren.
- Arbeiten Sie an Ihrer Toleranz, Geduld und Verständnis für die jungen Fellkinder!

Zum Abschluss noch etwas Persönliches von unserem Junior. Levin ist nach wie vor unser Klassenclown und unser liebenswerter Terrorkrümel! Wir haben richtig gute Tage und auch weniger gute Tage. Das Wissen um diesen biologisch notwendigen Prozess erleichtert uns den Umgang und den Alltag mit ihm enorm! Nein, Levin hat keine Narrenfreiheit und wir schieben die Adoleszenz gewiss nicht
als Ausrede vorne weg.
Lerntheoretisches Hintergrundwissen ist notwendig um den Jungspund zu verstehen, weil er in seiner körperlichen und geistigen Entwicklung anders tickt, als wir es uns in unserer Wunschvorstellung ausmalen.
Levin bekommt seine Grenzen gesteckt, aber mit dem Weg des Lernens, dem
Verständnis und der Geduld gepaart. Abschließen möchte ich mit einem meiner Lieblingszitate von Dr. Ute Blaschke-Berthold (CumCane): "Gewohnheiten zu bilden ist die klügste Art, vorausschauend und dauerhaft Grenzen zu setzen."
Ankündigung
Labrador Retriever kommt in die Flegeljahre
aus England. Ich bin mit Retrievern aufgewachsen und war der Meinung nach über
40 Jahren Hundeerfahrung recht gut mit dem Verhalten der Tiere bescheid zu wissen. Doch mein 3-jähr. Rüde Jacob flegelt zur Zeit enorm-
z.B. "scheint" er alle Erziehung vergessen zu haben- zerrt mich am Geschirr "spazieren" -da er sehr kräftig ist, habe ich mit meinem Gewicht
(knapp 50 kg) kaum Kraft ihn umzudirigieren,er springt andere Menschen u. Hunde an usw. Ich habe 4 Wo. mit einer Hundetrainerin zugebracht, die zu mir nach Hause kam.Das Ergebnis war bescheiden-auch sie meinte,dass Jacob "flegelt"- das würde sich legen. Meine Frage ist: hat hier jemand ähnliches mitgemacht ??Ich bin für jeden Rat dankbar (heute früh hat er mich beim Spaziergang wieder mal umgerissen..) Der Hund ist ausgelastet -er läuft tgl. mind. 1,5 Std. am Rad und hat auch einen Hundeplatz mit Hundefreunden.Aber ich bin so langsam kräftemässig am Ende(und nach mehreren Stürzen auch ängstlicher geworden). Danke
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Die zweite Pubertät
Aus dem knuffigen Hundebaby ist ein schlaksiger Vierbeiner geworden, der wie ein zweibeiniger Teenager plötzlich alles in Frage stellt, was die Hundeeltern von ihm verlagen. "Hilfe, Pubertät!", möchte da so manches geplagte Herrchen oder Frauchen gerne verzweifelt ausrufen. Die erste Phase der Pubertät haben Sie ja schon hinter sich. Nun geht's in die zweite Runde: Die zweite Pubertät. Aber keine Sorge – auch diese Zeit geht vorüber. Und sie ist sehr wichtig für die Entwicklung Ihres Hundes, denn sie trägt dazu bei, dass der Vierbeiner erwachsen wird und seinen Platz in der Menschen- und Hundewelt findet.
Die erste Pubertät beginnt je nach Rasse zwischen sechs und zwölf Monaten und geht mit der Geschlechtsreife einher. Große Rassen kommen etwas später in die Flegelphase, Hündinnen sind etwas frühreifer als Rüden. Die Hündin wird nun zum ersten Mal läufig, der Rüde beginnt, seinen Lauf zu heben, um zu pinkeln, und findet weibliche Artgnossen auf einmal sehr prickelnd. Außerdem rivalisiert er nun zunehmend auch mit anderen Rüden. Viele Hundehalter merken den Beginn der Pubertät nicht nur an der Geschlechtsreife, sondern an der Tatsache, dass der gute Benimm des vormals braven Vierbeiners auf einmal wie weg geblasen scheint.
Ist diese Zeit glücklich überstanden, atmen die meisten Hundehalter erst einmal auf. Aber es gibt auch noch eine zweite Phase der Pubertät, und zwar zwischen 18 und 24 Monaten. In dieser Zeit reift der Hund seelisch aus, Erziehungsfehler werden nun besonders deutlich: Der Vierbeiner testet noch einmal seine Grenzen aus und ist bestrebt, seinen Platz in der Hunde-, aber auch in der Menschenwelt zu finden. Diese zweite Phase der Pubertät nennt man auch Angstphase. Viele Tiere sind nämlich nun so sensibel wie ein rohes Ei. Manche entwickeln plötzliche Ängste und sind in dieser Zeit sehr geräuschempfindlich. Gleichzeitig treten viele Hunde in der zweiten Pubertät noch einmal richtig halbstark auf. Sie können plötzlich aggressiv auf Artgenossen reagieren und Rangordnungskämpfe austragen. Wichtig ist daher, dem Hund weiterhin mit liebevoller Konsequenz zu begegnen und ihm auch Grenzen aufzuzeigen. Nicht mit Härte, sondern mit Fingerspitzengefühl. Seien Sie sich sicher: Auch diese zweite Pubertät geht vorbei, so wie sie gekommen ist!
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