Hunde-Ratgeber mit Herz und Verstand .
Hunde sollten einen zuverlässigen Zeckenschutz erhalten.
Durch Zeckenbisse können teils gefährliche Krankheiten übertragen werden, Zecken stellen also sowohl für den Hund als auch für den Menschen ein Gesundheitsrisiko dar.
Inhalt: Kautablette gegen Zecken
Seit einigen Wochen ist ein neues Präparat gegen Zecken und Flöhe über Tierärzte erhältlich.
Es handelt sich dabei um eine Kautablette der Firma Intervet Deutschland GmbH (einem Unternehmen der MSD Tiergesundheit), die "Bravecto" genannt wurde.
Wir haben von dieser Tablette erfahren, nachdem wir einen Tierarzt nach den empfohlenen Zeckenschutzmitteln für 2014 gefragt haben.
Auf den ersten Blick erschien diese neue Methode sehr vielversprechend, eine einfache Tablette alle 3 Monate und Ruhe mit Zecken – das wäre doch wirklich traumhaft!
Deshalb haben wir von hunde-ratgeber.eu weiter dazu recherchiert und möchte unseren Lesern nun unsere Ergebnisse und Eindrücke mitteilen.
Was ist Bravecto?
Die Tablette "Bravecto" ist nach Herstellerangaben ein Antiparasitikum (Fluralaner).
Dem Hund soll diese Tablette unzerkleinert zur Fütterung oder um den Zeitpunkt der Fütterung verabreicht werden.
Viele Hunde würden die Tablette gerne annehmen, sollte dies nicht der Fall sein, kann sie unter das Futter gemischt werden.
Es soll darauf geachtet werden, dass der Hund die Tablette vollständig aufnimmt.
Eine Wartezeit, bis die Wirkung eintritt, besteht laut Herstellerangaben nicht.
Die Tablette ist in 5 verschiedenen Dosierungen je nach Gewicht des Hundes erhältlich:
Laut Angaben eines Tierarztes kostet die Tablette für einen Hund mit 30 kg etwa 30 €.
Nebenwirkungen wurden in klinischen Studien bei 1,6 % der Hunde beobachtet. Sie zeigten "milde und vorübergehende gastrointestinale Effekte wie Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit und vermehrter Speichelfluss.", so der Hersteller.
Wirkung von Bravecto
Der Hersteller beschreibt das Präparat als "systemisches Insektizid und Akarizid", welches folgende Wirkung zeigen soll:
Die braune Hundezecke kommt laut verschiedenen Angaben in Deutschland nicht im Freien vor.
Es heißt sie wird lediglich aus anderen Ländern eingeschleppt und kann sich unter für sie guten Bedingungen (in beheizten Räumen) monatelang überleben. Demnach ist für uns die Wirksamkeit von 3 Monaten maßgeblich, so lange der Hund nicht ins Ausland mitgenommen wird.
Die Wirkweise von Bravecto ist wie folgt:
Zecken oder Flöhe müssen mit ihrer Blutmahlzeit am Wirt beginnen, so nehmen sich den Wirkstoff auf und sterben ab.
Bei Flöhen soll die Wirkung innerhalb von 8 Stunden eintreten, bei Zecken innerhalb von 12 Stunden nach Beginn der Blutmahlzeit.
Das Mittel besitzt also nur eine abtötende Wirkung, keine abwehrende Wirkung (repellierende Wirkung) gegen Zecken und Flöhe.
Der Parasit wird zwar einige Zeit nach Beginn der Nahrungsaufnahme am Wirt getötet, es besteht jedoch trotzdem die Möglichkeit, dass der Floh oder die Zecke typische Krankheiten auf den Hund übertragen.
Dies gibt der Hersteller auch eindeutig so an: "Deshalb kann ein Risiko der Übertragung von Krankheiten durch Parasiten nicht ausgeschlossen werden."
Verschiedene Meinungen
Nachdem diese Tatsache bekannt wurde, war auf unserer Seite keinerlei Interesse mehr vorhanden dieses Mittel zu testen.
Um auch eine repellierende Wirkung zu erzielen, müsste theoretisch ein zweites Präparat zusätzlich zu Bravecto angewandt werden. Schließlich gilt es beim Zeckenschutz schon von vornherein zu verhindern, dass die Zecken sich festsaugen, denn nur so kann die Übertragung von Krankheiten verhindert werden.
Da es aber genügend Präparate auf dem Markt gibt, die beide wirkweisen vereinigen, bzw. so gut repellierend wirken, dass wirklich keine Zecken mehr an den Hund gehen, ist ein innovativer Sinn dieser Tablette für uns wirklich nicht nachvollziehbar.
Aus Interesse haben wir auch einen zweiten Tierarzt kontaktiert und uns nach Bravecto erkundigt.
Dieser Tierarzt gab an, dass er dieses Präparat seinen Kunden derzeit nicht anbietet. Dafür wurden 2 Hauptgründe genannt:
1. Durch die nicht vorhandenen repellierende Wirkung dieser Tablette hält er einen Verkauf dieser Tablette an seine Kunden nicht für sinnvoll.
2. Es wäre unklar wie die Wirkstoffe von Bravecto vom Organismus des Hundes abgebaut werden. Der Hersteller gibt hierzu nach Angaben des Tierarztes nur unklare Aussagen. Vermutlich wird der Wirkstoff über die Leber und/oder Niere abgebaut. Auswirkungen auf den Hundeorganismus wären unklar.
In einem PDF-Dokument "Zusammenfassung der Wirksamkeit des Tierarzneimittels" wird unter Pharmakokinetik angegeben, dass sich der Wirkstoff Fluranaler hauptsächlich im Fettgewebe des Hundes anreichert, daneben in der Leber, der Niere und in Muskeln.
Der Hauptasscheidungsweg wäre der Kot des Hundes, über den Urin wird kaum von dem Wirkstoff ausgeschieden.
Der erste Tierarzt bietet Bravecto seinen Kunden jedoch an.
Auf die nicht repellierende Wirkung angesprochen, gab er an, dass dies weniger schlimm sei, da die Zecken in der Regel bereits ein paar Minuten nach dem Festsaugen am Wirt absterben würden. Die angegebenen 12 Stunden des Herstellers wären nur die maximal mögliche Zeit.
Wir würden dieses Präparat nicht unbedingt weiterempfehlen.
Das sehen auch viele Hundehalter so, die in Foren zum Thema Hund über dieses neue Zeckenmittel heiß diskutiert haben.
Viele Forenuser halten es für bedenklich einem Hund ein Insektizid oral zu verabreichen, das sei eine viel gefährlichere Art des Zeckenschutzes als chemische Spot ons, deren Wirkstoffe sich nur auf dem Fell oder in den oberen Hautschichten entfalten. Und auch die Spot ons stehen wegen ihrer chemischen Wirkung stets in Kritik, scheinen aber noch als kleineres Übel angesehen zu werden im Vergleich zu der Zeckentablette.
Allgemein herrscht große Skepsis gegenüber Bravecto, es wird immer wieder die Befürchtung geäußert, dass Langzeitentwicklungen nicht abzusehen seien und sich erst mit der Zeit herausstellen werden.
Dies sind auch unsere momentanen Argumente gegen die Anwendung von Bravecto.
Zudem stellt es in unseren Augen ein absolutes Ausschlusskriterium dar, wenn ein Anti-Parasitenmittel nicht auch abwehrend wirkt.
Gerade Zecken können hoch gefährliche Krankheiten übertragen, deshalb sollte grundsätzlich vermieden werden, dass diese Parasiten überhaupt erst am Hund anheften.
Ein Urteil über die Wirksamkeit können und möchten wir nicht zu Bravecto abgeben, dazu müssten wir es getestet haben.
Auch möchten wir keinem davon abraten, diese Kautablette auszuprobieren.
Für Hunde, die sehr wenige Zecken haben, könnte es eine gute Alternative zu anderen Präparaten sein. Zusammen mit dem Tierarzt sollte abgewogen werden und mögliche noch unbekannte Langzeitfolgen besprochen werden.
Vielleicht gibt es bald mehr Informationen vom Hersteller und Erfahrungsberichte über Bravecto.
Was hilft gegen Zecken im Garten, bei Hunden und Katzen?
Anti-Zecken Mittel
Zeckenschutz für Hunde und Katzen
Viele Hundebesitzer kennen es, aber auch für die eine oder andere Freigängerkatze ist es ein Problem, der Befall mit Zecken. Während wir Menschen bei einem Waldspaziergang eher noch auf dem Weg bleiben und auch einen großen Bogen rund um Büsche und Gräser machen, gehen Hunde wie Katzen eben gerne den direkten Weg, mitten hindurch durch die Zeckenplantage. Damit haben sie natürlich ein größeres Risiko einen unerwünschten Gast mitzubringen.
Auch Hunde und Katzen können durch Zeckenbisse mit Krankheiten infiziert werden.
Gründlich Hund und Katze absuchen
Eine schöne Wiese, aber Zecken lieben Gras und lauern hier besonders gerne auf Hund und Mensch.
Mittel gegen Zeckenbefall
Für Hunde und Katzen gibt es außerdem Kontakt-Antiparasitika, entweder als Spray, Spots oder Halsbänder, die den Zeckenbefall (und häufig auch den Flohbefall) verhindern sollen. Einige dieser Mittel sind sogar sehr effektiv. Bevor man solche Mittel mit einer repellierenden Wirkung einsetzt, sollte man im Zweifelsfall Rücksprache mit dem Tierarzt halten. Denn nicht jedes Tier verträgt diese Mittel gleich gut. Insbesondere die Firma Frontline bietet aber, egal ob für Hund oder Katz, für kleine Hunde oder große Kampfkatzen, eine Fülle von wirklich effektiven Mitteln gegen Zecken an. Allerdings sollte man immer bedenken, dass ist im Regelfall Chemie pur. Vor allem, wenn man ein solches Mittel das erste Mal anwendet, sollte man sein Tier danach gut im Auge behalten, ob Nebenwirkungen wie Appetitlosigkeit, Durchfall etc. auftreten und gegenfalls auf ein anderes Präparat ausweichen.
Bei der Wahl des richtigen Mittels sollte man aber auch die Gewohnheiten seines Tiers beachten. Während Hund ja häufig so oder so mit Halsband rumlaufen, verzichten viele Katzenbesitzer auf das Anlegen eines solchen, insbesondere bei Katzen, die gerne alleine im Freien unterwegs sind. Ein Halsband ist hier einfach eine zu große Gefahrenquelle.
Deutlich natürlicher zur Zeckenabwehr sollen Anti-Zecken Bernstein-Halsbänder für Hunde und Katzen sein. Diese gibt es in verschiedenen Größe. Ob ein solches Halsband wirklich gegen Zecken hilft? Ich kann es mir nicht so ganz vorstellen, habe da aber auch kein Druck es auszuprobieren, für unseren Hund gibt es das gar nicht in der entsprechenden Halsgröße.
Kautablette gegen Zecken
Leider helfen die Tabletten nicht gegen den Zeckenbefall. Sie töten die Blutsauger aber ab.
Impfung gegen Borreliose
Außerdem können Hunde auch gegen Borreliose geimpft werden, allerdings ist die Effektivität dieser Impfung umstritten. Dennoch wird die Impfung häufig empfohlen, man sollte mit seinem Tierarzt einfach mal Rücksprache halten.
Da aber Zecken auch andere Krankheiten übertragen können, hilft diese Borreliose Impfung nichts, um sorglos mit dem Hund durch Wald und Wiesen zu streichen. Es ist trotz der sinnvollen Impfung wichtig, Zecken möglichst schnell zu entfernen oder sich gar nicht erst festbeißen zu lassen.
Zecken – lästig und gefährlich für den Hund
Zecken beim Hund – für Frauchen und Herrchen ein leidiges Thema. Denn unsere vierbeinigen Freunde scheinen auf Zecken eine geradezu magnetische Wirkung auszuüben. Das ist lästig, keine Frage, und leider nicht ungefährlich.
Hundehalter kennen es aus Erfahrung: Durch ihre Neugier und ihren Bewegungsdrang begeben sich Hunde beinahe täglich ins Zeckenterrain. Brav auf den befestigten Wegen bleiben, kommt für unsere vierbeinigen Freunde überhaupt nicht in Frage. Viel zu viel gibt es draußen zu entdecken, zu schnüffeln und zu jagen.
Zecken leben an Waldrändern, auf Lichtungen und Wiesen, am Wegesrand oder Flussufer. Nicht nur ländliche Gebiete, sondern auch Stadtparks, Rastplätze und Uferzonen von Badeseen sind betroffen. Beinahe überall, wo Tierbesitzer mit ihrem Hund Gassi gehen, lauern auch Zecken. Jeder Spaziergang durch Wald und Wiesen birgt daher das Risiko eines Zeckenstichs, landläufig auch Zeckenbiss genannt. Den Blutsaugern ist ein vorbeilaufender Hund gerade recht. Wer nicht vorsorgt, hat das Nachsehen.
Eine Zecke legt beim Saugen das bis zu 200-fache ihres Gewicht zu. Je länger sie saugt, umso höher ist das Erkrankungsrisiko.
Zecken übertragen ernsthafte Krankheiten beim Hund
Das Problem: Nach einem Zeckenstich kann der Hund mitunter schwer krank werden. Zwar ist die Zecke selbst in den meisten Fällen für den Hund nicht gefährlich, auch wenn es mehrere Blutsauger gleichzeitig auf ihn abgesehen haben. Der Blutverlust kann nur bei massivem Zeckenbefall zum Problem werden. Allerdings beherbergen Zecken verschiedene Krankheitserreger, die sie beim Blutsaugen auf den Hund übertragen können. Hunde sind dabei deutlich gefährdeter als Katzen, unter einer durch Zecken übertragenen Krankheit zu leiden.
- Borreliose
- Anaplasmose
- Ehrlichiose
- Babesiose
- FSME
Besonders häufig kommt in Deutschland die Borreliose vor. Beim Menschen werden jedes Jahr mehrere Tausend Fälle registriert. Das ist nicht verwunderlich, denn Experten zufolge trägt im Schnitt etwa jede dritte Zecke Borreliose-Erreger in sich. Hunde, die sich ungeschützt in der freien Natur aufhalten, kommen also beinahe unvermeidlich mit dem Keim in Kontakt. Untersuchungen haben ergeben, dass je nach Region 5 bis 20 Prozent aller Hunde in Deutschland Abwehrstoffe (Antikörper) gegen Borrelien im Blut haben. Das heißt, dass diese Hunde durch Zeckenstiche mit dem Erreger infiziert wurden – trotz Vorsichtsmaßnahmen, die Hundehalter vielfach treffen.
Glücklicherweise führt der Kontakt mit dem Erreger nicht zwangsläufig zu einer Erkrankung. Bei einigen Vierbeinern kommt es nicht zu erheblichen Beschwerden. Ein Teil der infizierten Hunde erkrankt jedoch ernsthaft an Borreliose. Hundebesitzer sollten daher nicht nur sich selbst, sondern auch ihr Tier konsequent und effektiv vor Zecken und Borreliose schützen.
Zeckenschutz ist nicht immer ausreichend: Das raten Experten
Eine aktuelle Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien zeigt, dass der Zeckenschutz beim Hund oft nicht ausreicht. Dabei wurden 90 Hunde über ein Jahr beobachtet und auf ihren Zeckenbefall hin untersucht. Innerhalb dieses Zeitraums sammelten die Hundebesitzer 700 Zecken von ihren Tieren ab – und das, obwohl die Hunde nach dem Ermessen ihrer Halter zum Teil mit Anti-Zeckenmitteln behandelt wurden. Die Feststellung der Wissenschaftler: Hundebesitzer wenden Präparate zum Zeckenschutz nicht regelmäßig und ausreichend an – zum Leidwesen der Vierbeiner. Denn bei rund 50 Prozent der Hunde konnte während der Studienphase eine Infektion mit einer Zeckenkrankheit nachgewiesen werden.
Dabei geben Expertengremien wie die Ständige Impfkommission für Veterinärmedizin (StIKo Vet.) Leitlinien zur richtigen Vorsorge heraus. Hundebesitzern wird zu folgenden Maßnahmen geraten, wenn von einem Zeckenstichrisiko für den Hund auszugehen ist:
Maßnahme I
Maßnahme II
Maßnahme III
Wo Zecken Hunde stechen
Anders als beim Menschen stechen Zecken den Hund meist an Ort und Stelle – ohne lange durch das Fell zu krabbeln und nach einer geeigneten Stelle zu suchen. Daher sind Zecken oft am Kopf, auf der Brust, im Nacken und an den Schultern des Hundes zu finden. Um Zecken an ihrem Hund schnell zu entfernen, sollten Hundebesitzer diese Stellen kennen – und ihren vierbeinigen Freund nach jedem Spaziergang absuchen.
Je schneller eine Zecke beim Hund entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern. Einige der gefährlichen Erreger brauchen ca. 16 bis 24 Stunden, um von der Zecke auf den Hund überzugehen.
Das gilt übrigens auch für Hundebesitzer: Auch sie sollten sich nach dem Spaziergang absuchen und Zecken schnell entfernen. Sich gegen Borreliose impfen lassen können Hundebesitzer leider nicht: die Borreliose-Impfung gibt es nur für Hunde – und seit Neuestem auch für Pferde!
Zeckenmittel für Hunde: Biest beißt Hund

Stromert ein Hund im Wald herum, fängt er sich leicht Zecken ein. test hat geprüft, welche Mittel davor schützen. 400 Vierbeiner und ihre Besitzer haben dabei geholfen.
Dem Gordon Setter Goran gefiel der Geruch des Marengo-Sprays aus Lavendel-, Nelken- und Pfefferminzöl offenbar gar nicht. Nachdem sein Herrchen ihn ein paarmal damit eingesprüht hatte, nahm er schon beim Anblick des Sprays Reißaus. Ebenso vier andere Hunde, die uns beim Test der Zeckenmittel unterstützten. Gut so, dieser Fluchtreflex. Denn der Test zeigte: Das Spray verhindert die Zeckenbisse nicht. Die Irish-Setter-Hündin Berenike, auf dem Foto zu sehen, war da besser geschützt. Ihre Besitzerin setzte Frontline, eins der beiden wirksamen Tropfen, ein.
Vom Irish Setter zum Magyar Viszla

Wo sitzt eine Zecke? Nach dem Auslauf haben die Besitzer ihre Hunde immer abgesucht.
Insgesamt halfen uns mehr als 400 Hunde bei diesem Test. Kleine, große, kurzhaarige, langhaarige, Jagdhunde und Schauhunde. Darunter viele Irish Setter wie Berenike, aber auch Schäferhunde und Terrier, Retriever, Rottweiler und Labradore. Der ungarische Vorstehhund Magyar Viszla war dabei, und eine Bardina, eine kanarische Dogge. Viele verschiedene Hunderassen – und dazu noch ein paar Mischlinge. Die Hunde liefen für uns dort umher, wo sie auch sonst mit ihren Herrchen und Frauchen spazieren gehen. Vorher bekam jeder Hund ein Mittel. Und jedes Zeckenmittel wurde an mindestens zwölf Hunden geprüft, oft waren es sogar mehr. Welches Mittel eingesetzt wurde, hing auch von den Besitzern und den Hunden ab. So waren einige Tiere dabei, die auf Hundeschauen Preise einheimsen sollen. Dort aber kann man sich mit einem Halsband nicht zeigen. Doch die meisten Halsbänder zum Zeckenschutz sollen dauernd getragen werden. Und Jagdhunde können mit Halsbändern leicht im Gestrüpp hängen bleiben. Für sie sind auch stark riechende Mittel ein Problem, schließlich sind sie auf ihre gute Spürnase angewiesen.
Abends suchten die Besitzer immer das Fell nach Zecken ab. Fanden sie drei Zecken nacheinander, mussten sie laut Testvorgabe das Mittel absetzen. Es hatte sich als unwirksam erwiesen. Die Zecken sammelten sie in einem kleinen Gefäß mit Alkohol, der die kleinen Spinnentiere abtötete, und gaben sie unserem Prüflabor. Die Biologen zählten die Zecken, bestimmten die Zeckenart und ihre Größe, um herauszufinden, wann die Zecken zugebissen haben. Außerdem ermittelten sie die Zeckendichte in den Auslaufgebieten. So wurde ausgeschlossen, dass ein Mittel als wirksam bewertet wird, obwohl im Gebiet gar keine Zecken aktiv waren. Meist sind von März bis Oktober in Wald und Wiesen aber Zecken zu finden. Wie viele, das hängt zum Beispiel auch von der Witterung ab. Wenn es zu trocken ist, bleiben die Zecken in ihren Verstecken. Sie krabbeln heraus, wenn die Luft feucht genug ist, und suchen dann nach ihren Opfern.
Zecken sind gefährlich
Die kleinen Biester können auf den Hund (und den Menschen) gefährliche Krankheiten übertragen. Vor allem die Borreliose. Das ist eine Krankheit, die zum Beispiel Lähmungen der Glieder und Gelenkentzündungen hervorruft. Viele Hunde im Test waren gegen Borreliose geimpft. Tierärzte empfehlen aber oft statt der Impfung oder zusätzlich ein Mittel zum Zeckenschutz. Denn die Impfung kann Nebenwirkungen verursachen, und Zecken übertragen zudem auch andere Krankheiten. Zum Beispiel die eher seltene Frühsommer-Meningoenzephalitis, für die es anders als beim Menschen beim Hund noch keinen Impfstoff gibt. Oder die Babesiose, die das Blutbild verändert und tödlich ausgehen kann.
Was wirkt, ist giftig
Im Test wirkten Exspot und Frontline am besten. Früher musste sie der Tierarzt verschreiben, jetzt sind sie auch ohne Rezept in Apotheken erhältlich. Beide Tropfen werden im Nacken des Hundes aufgetragen und verteilen sich dann auf seinem Körper. Sie enthalten Substanzen, die auf Zecken giftig wirken, und halten etwa einen Monat lang vor. Wirksam sind auch viele Halsbänder, die Akarizide (Gifte gegen Spinnentiere) oder Biozide (Gifte gegen Organismen) enthalten. Wer diese Mittel verwendet, sollte aber immer bedenken: Was giftig wirkt, ist auch für Mensch und Hund nicht ganz unproblematisch. So kann Permethrin (Exspot) beim Hund zu Juckreiz oder Haarausfall führen, beim Menschen sind zum Beispiel Allergien möglich. Fipronil (Frontline) kann Haut und Augen reizen und war im Tierversuch mit Ratten sogar Krebs erzeugend. Das hat sich bisher beim Hund aber nicht bestätigt. Dimpylat, in vielen Halsbändern enthalten, kann beim Menschen Übelkeit und Erbrechen hervorrufen und beim Hund sind zum Beispiel Bronchialerkrankungen möglich. Amitraz, mit dem das Preventic-Halsband versetzt ist, könnte beim Menschen, wenn längere Zeit Kontakt mit sehr hohen Mengen besteht, Leberschäden hervorrufen, beim Tier kann es zu Juckreizen und Ekzemen kommen. Propoxur, der stark riechende Wirkstoff im Bolfo-Halsband, kann bei unsachgemäßer Anwendung, etwa wenn Kinder es in den Mund nehmen, zu Übelkeit und Krämpfen führen, beim Hund zum Beispiel zu Erbrechen und Durchfall.
Tetrachlorvinfos aus dem Beapharband kann auch Allergien hervorrufen. Noch dazu wirkt es nicht zufrieden stellend gegen Zecken, wie der Test zeigt. Ätherische Öle, die meist nicht wirksam sind, verursachen zwar etwas weniger Probleme als die synthetischen Gifte, können aber auch Haut und Schleimhäute reizen. So tränten einem Hund durch das Marengo-Spray die Augen.
Die Wirkstoffe, die eher unproblematisch sind, wie Kokosöl im Petvital-Halsband und Neemöl im Zedan-Shampoo, wirken leider fast gar nicht. Das einzige Mittel mit ätherischen Ölen, das „befriedigend“ wirkt, ist das Taoasis-Spray. Es war auch bei Menschen wirksam. Allerdings störte der Geruch viele Hundebesitzer – einige brachen deshalb sogar den Test ab.
Die Wirksamkeit bei Flöhen, die zum Beispiel bei Exspot und Frontline und vielen Halsbändern ausgelobt wird, haben wir nicht getestet. Die Vermutung liegt aber nahe, dass die eingesetzten Gifte auch auf Flöhe wirken können. Für Katzen sind die meisten wirksamen Mittel aus dem Test nicht geeignet. Katzen reagieren viel empfindlicher auf die Wirksubstanzen, außerdem schlecken sie sich ab. Getestet haben wir die Wirkung bei Katzen aber nicht.
Nebenwirkungen im Test
Wir haben die Hunde im Test genau beobachtet: Sie zeigten vereinzelt Nebenwirkungen, was wir bewertet und im test-Kommentar in der Tabelle „Zeckenmittel für Hunde“ vermerkt haben. Zum Beispiel erbrach sich ein Hund, nachdem er das (nichtwirksame) Canina Knoblauch Pulver gefressen hatte. Die Hundehalter hatten fast alle keine gesundheitlichen Probleme, nur ein Besitzer brach den Test mit dem Trixie-Halsband ab, weil sich herausstellte, dass er auf Eukalyptus empfindlich reagierte. Er fühlte sich davon schwindlig.
Wir haben die Hundebesitzer vorher über alle Risiken aufgeklärt. Sie waren angehalten, die Sicherheitshinweise zu beachten. Obwohl das nicht ganz einfach ist. So sollte man einen Hund, der die problematischen Wirkstoffe auf seinem Fell trägt, nicht ausgiebig knuddeln.
Wenn Hunde Hautverletzungen haben, sollten die Mittel gar nicht eingesetzt werden. Es empfiehlt sich auch, die Hunde dann nicht ins Wasser gehen zu lassen, damit die Gifte nicht in die Gewässer gelangen und die Wirksamkeit nicht nachlässt. Jagdhunde gehen aber eigentlich alle gern ins Wasser.
Fazit: Hundebesitzer sollten Nutzen und Risiko eines Zeckenmittels abwägen. Die Gefahr für Hunde, an Borreliose zu erkranken, wird manchmal überschätzt. Wissenschaftler gehen mittlerweile davon aus, dass viele Hunde dagegen bereits resistent sind. Wenn Hunde viel in Zeckengebieten unterwegs sind, kann ein Mittel aber sinnvoll sein. Die Besitzer sollten das Fell trotzdem auf Zecken untersuchen und sie vorsichtig abnehmen, weil Krankheitserreger oft erst nach Stunden übertragen werden. Außerdem sollten sie den Hund genau beobachten und die Mittel absetzen, falls der Hund sie nicht verträgt.
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Zecken beim Hund: Vorbeugen, Krankheiten und Entfernung

Sobald es draußen wärmer wird, fängt die Zeckenzeit wieder an. Zecken sind eine Überfamilie innerhalb der Milben und gehören zur Klasse der Spinnentiere. Die meisten Zeckenarten sind Ektoparasiten (sie dringen nicht in das Innere des Wirtes ein) an Wirbeltieren. Als Wirte dienen den Zecken unter anderem Vögel, Reptilien, Nager, Fledermäuse, Katzen und natürlich auch unsere Hunde.
Viele Zeckenarten gehören dadurch zu bedeutenden Krankheitsüberträgern. Weltweit gibt es etwa 650 Zeckenarten.
In Deutschland vorkommende Zecken-Arten
Welche Krankheiten können Zecken auf den Hund übertragen?
Borreliose
Die Lyme Borreliose gehört zu den in Europa, Amerika und Asien am weitesten verbreiteten Vektorenerkrankungen. Der Erreger der Lyme Borreliose bei Hunden ist Borrelia burgdorferi. Alle bekannten Zeckenarten können die Borreliose auf den Hund übertragen. Sobald eine infizierte Zecke beißt, werden die Borrelien aktiviert und 24 Stunden nach dem Biss übertragen. Wird eine Zecke vorher entfernt, besteht normalerweise kein Infektionsrisiko. Die Inkubationszeit beträgt mehrere Wochen bist Monate.
Die klinischen Symptome sind sehr unspezifisch, wodurch eine Diagnose erschwert ist. Folgende Symptome können auf einen Borreliose hinweisen:
- Fieberschübe
- allgemeine Lethargie
- Lymphknotenschwellung
- wechselnde Lahmheit
- vereinzelt auch Herzprobleme
- neurologischen Symptome
- Nierenerkrankungen
- tiefe Entzündungen der Augen
Es gibt eine Impfung gegen Borreliose. Diese ist nur bedingt zu empfehlen. Einmal schützt sie nicht gegen alle Stämme (gerade die hier in Deutschland vorkommenden) und andererseits darf keine Impfung durchgeführt werden, wenn der Hund schon Kontakt mit den Borrellien (meist nämlich unbemerkt) hatte, da dies zu lebensbedrohlichen Nierenentzündungen führen kann.
Babesiose (Hundemalaria, Piroplasmose)
Bei Babesia canis handelt es sich um Protozoen, die in Erythrozyten leben. Die hervorgerufene Infektionskrankheit geht mit Zerstörung der roten Blutkörper von statten und ruft damit eine Blutarmut (Anämie) hervor. Babesiose trat ursprünglich im tropischen und subtropischen Gebieten, wie zum Beispiel im Mittelmeergebiet auf, mittlerweile kann eine Ansteckung auch in Deutschland, Holland, Polen und der Schweiz auftreten. Ohne Behandlung führt die Erkrankung schnell zum Tod. Die Inkubationszeit beträgt 9 Tage bis zu 3 Wochen.
Beim akuten Verlauf: Mattigkeit, Schwäche, Fieber (bis 42°C), blasse bis gelbliche Schleimhäute, rot- bis grünbrauner Harn sowie Nierenversagen.
Beim chronischen Verlauf: Wechselndes Fieber und Verlust an Körperkondition die Hauptsymptome darstellen. Es können aber auch Aszites, asymmetrische periphere Ödeme, respiratorische Symptome, ZNS-Störungen, Verdauungs- und Kreislaufstörungen auftreten.
Ehrlichiose
Die Ehrlichiose, auch als Zeckenfieber bezeichnet, ist eine Infektionskrankheit, die durch das Baktrium Ehrlichia canis hervorgerufen wird. Die klassische Ehrlichiose kommt in tropischen und subtropischen Regionen sowie in den Mittelmeerländern vor. Die Verbreitung erstreckt sich auf tropische und subtropische Regionen einschließlich der Mittelmeerländer. Es wird auch von endemischen Gebieten in Flussniederungen Deutschlands berichtet. Überträger sind, wie bei den Babesien, vor allem Zecken. Es kommt relativ häufig zu Doppelinfektionen mit Babesien. Die Inkubationszeit beträgt 8 bis 20 Tage.
Mono- und lymphozytäre Ehrlichiose: Häufig ständig wiederkehrendes Fieber, Nasenbluten, schleimig-eitriger Nasenausfluss, Erbrechen, Blutungen und Ödeme in der Unterhaut, Abgeschlagenheit, Abmagerung, Blutarmut, Milzvergrößerung, Gelenkerkrankungen, Erkrankungen der Lymphknoten (generalisierte Lymphadenopathie) sowie Meningoenzephalitis mit Krämpfen und Paralysen.
Granulozytäre Ehrlichiose (Anaplasmose): Milderer Verlauf mit Fressunlust, Muskelverhärtungen, Polyarthritis, Lahmheit und Gewichtsverlust
Was kann ich zur Vorbeugung (Prophylaxe) gegen Zecken tun?
Spot On Präparate (Insektizide, die in den Nacken geträufelt werden)
Frontline enthält den Wirkstoff Fipronil. Dies ist ein Insektizid und Akarizid aus der Familie der Phenylpyrazole. Bei Insekten bewirkt es eine unkontrollierte Reaktion des zentralen Nervensystems, was zum Tod des Insektes führt.
Frontline ist ein Zecken- und Flohmittel. Gegen Flöhe wirkt es laut Hersteller 8 Wochen, gegen Zecken 4 Wochen.
An Nebenwirkungen können vorübergehendes Speicheln auftreten, Hautreaktionen an der Applikationsstelle (Hautverfärbung, lokaler Haarausfall, Juckreiz, Erythem) sowie generalisierter Juckreiz oder Haarausfall sowie reversible neurologische Erscheinungen (Überempfindlichkeit, Depression, nervöse Symptome), Erbrechen und respiratorische Symptome.
Frontline darf nicht bei jungen Hunden unter 2 kg Körpergewicht angewendet werden, nicht auf verletzte Haut aufbringen und nicht innerlich anwenden.
Exspot ist auch ein Insektizid und enthält den Wirkstoff Permethrin. Es wirkt sowohl als Kontaktgift und sogenanntes „Magengift“ als auch für nicht festgebissene Zecken und Flöhe. Diese Wirkung basiert auf einer Nervenreizung der Fußorgane der Parasiten, die sich in der Folge aus Regionen erhöhter Konzentration zurückziehen. Dadurch werden nicht festgebissene Zecken und Flöhe eher im Fell sichtbar. Das Sichtbarwerden der Parasiten ist Ausdruck der Wirksamkeit des Produktes. Dies sollte man wissen, wenn man Exspot verwendet.
An Nebenwirkungen können Juckreiz an der Applikationsstelle auftreten. Gelegentlich kann es zu Haarausfall und Blasenbildung an der Applikationsstelle kommen.
Exspot darf nicht bei jungen Hunden unter 3 Monaten angewendet werden, nicht auf verletzte Haut aufbringen und nicht bei Hunden, die sich von einer Krankheit erholen.
Warnhinweis: Exspot darf auf keinen Fall, auch nicht in geringen Mengen, bei Katzen angewendet werden. Katzen können die enthaltene Menge Permethrin nicht verstoffwechseln. Es kann zu Vergiftungserscheinungen kommen, die mit Symptomen wie starken Muskelkrämpfen und Bewegungsstörungen einhergehen.
Zecken halten sich meist im hohen Gras oder in Büschen auf
Advantix enthält die Wirkstoffe Imidacloprid und Permethrin. Durch die Kombination wird die Wirkung von Permethrin verstärkt. Die Wirkung ist vergleichbar wie bei Exspot.
An Nebenwirkungen können eine vorrübergehende Überempfindlichkeit der Haut (einschließlich verstärkter Juckreiz, Haarausfall und Rötung an der Anwendungsstelle) oder Lethargie auftreten. Vergiftungen nach unbeabsichtigter oraler Aufnahme des Arzneimittels sind bei Hunden unwahrscheinlich, können aber in seltenen Fällen auftreten. In diesem Fall können neurologische Symptome wie Tremor oder Lethargie auftreten.
Advantix darf nicht bei jungen Hunden unter 8 Wochen angewendet werden, nicht auf verletzte Haut aufbringen und nicht innerlich anwenden.
Zecken Halsbänder für den Hund
Scalibor Protectorband
Scalibor enthält den Wirkstoff Deltamethrin. Dies ist ein Insektizid und Akarizid aus der Gruppe der synthetischen Pyrethroide. Es wird vom Insekt durch Kontakt aufgenommen. Der Wirkmechanismus beruht auf einer langanhaltenden Erhöhung der Natrium-Permeabilität der Nervenmembran des Insekts. Dies führt beim Parasiten zu einer Hyperexcitation mit nachfolgender Paralyse, Tremor und Tod.
Deltamethrin wird kontinuierlich vom Halsband in das Fell und den Haut-Fettfilm abgegeben. Von der Stelle des direkten Kontaktes breitet sich der Wirkstoff über die gesamte Hautoberfläche aus. Deltamethrin wird durch die Haut nicht resorbiert.
Das Halsband verhindert einen Befall mit Zecken und das Blutsaugen von Sandmücken (Schmetterlingsmücken) und Gemeinen Stechmücken (Culex- Mücken). Die volle Wirksamkeit tritt nach einer Woche ein und hält dann bis zu 6 Monate an. Nach dem Anlegen sollte in den ersten 5 Tagen der Hund nicht ins Wasser gehen.
An Nebenwirkungen können örtlich begrenzte Hautveränderungen, örtlich begrenzte Dermatitis oder Erytheme, Pruritus und Haarverlust auftreten. Selten neurologische Symptome, wie Tremor und Lethargie.
Scalibor sollte nicht bei Hundewelpen unter 7 Wochen anwenden werden und nicht bei Hunden mit Hautläsionen.
Als Wirkstoff enthält das Halsband Amitraz. Dieser hat die Eigenschaft, den Wirkstoff über lange Zeit in gleichbleibender Konzentration freizusetzen. Amitraz wirkt neurotoxisch. Der Wirkstoff gelangt transkutikulär in die Zecke und wirkt auf alle Entwicklungsstadien (Ei, Larve, Nymphe, Adult) toxisch. Diese Kombination von Amitraz mit dem Träger gewährleistet eine sehr hohe Wirksamkeit gegen die Akariden des Hundes, speziell der Zecken, während 4 Monaten. Weder der Geruchssinn noch das Fell des Hundes werden vom Halsband beeinflusst. Der neuartige Schnallenverschluss verhindert das Verlieren des Halsbandes. Die erreichten Konzentrationen an Wirkstoff sind für den Menschen ungefährlich. Das Halsband hat eine Wirkungzeit von 4 Monaten.
An Nebenwirkungen können vereinzelt Haarausfall, Juckreiz, Ekzem, Pustelbildung, Unruhe, Konjunktivis und Allergien auftreten.
Preventic darf nicht bei jungen Hunden unter 3 Monaten angewendet werden und nicht bei Hunden, die sich von einer Krankheit erholen.
Pflanzliche Mittel gegen Zecken
Bogacare gibt es als Halsband, Spot on und Fellspray. Es enthält Margosa-Extrakt, Citronella und Nelkenblütenöl. Es wirkt gegen Zecken, Flöhe und Milben. In einer Vergleichsstudie an der Universität Neuenburg (Schweiz) konnte nachgewiesen werden, dass diese neue Wirkstoffkombination mindestens gleich stark wirkt, wie das seit Jahrzehnten eingesetzte Insektizid DEET oder EBAPP.
Es bestehen keine Nebenwirkungen.
Naturheilmittel gegen Zecken
Formel-Z-Tabletten
Die Tabletten enthalten Mineralien, Vitamine, Reisstärke (Getreide) und Trockenfleisch und verleihen der Haut eine Ausdünstung, die Zecken nicht mögen. Laut Hersteller sind die Tabletten eine natürliche Abwehr gegen Zecken und Flöhe.
Zedan Spray oder Lösung
Laut Hersteller eine giftfreie Lösung gegen Mücken, andere Insekten und auch Zecken. Zusätzlich noch als Malariaprophylaxe einsetzbar.
Bernsteinkette
Die Bernsteinkette ist ein natürlicher Weg um Ungeziefer zu bekämpfen. Beim ständigen Reiben am Fell des Tieres, sollen angeblich ätherische Öle veströmt werden, vor denen offenbar auch Zecken und Flöhe fliehen. Außerdem soll beim Reiben sich die Kette elektrostatisch aufladen, was die Zecken und Flöhe zusätzlich stört.
Laut Hersteller besteht der Tic Clip aus einem hochwertigen Materialmix und in einem aufwendigen Prozess wird seine Oberfläche mit einer ganz speziellen Versiegelung beschichtet. Laut Herstellerangabe hat er eine Lebensdauer bis zu 24 Monate. Danach sollte der tic-clip erneuert werden.
Zecken sicher entfernen
Auf keinen Fall Butter, Nagellack, Klebstock oder sonstige Dinge auf die Zecke geben. Diese Ammenmärchen halten sich immer noch hartnäckig, dass die Zecke dann entweder erstickt oder leichter zu entfernen ist. Das ist aber total Blödsinn.
Zur Entfernung der Zecke gibt es diverse Hilfsmittel. Aber egal ob man nun eine Pinzette, eine Zeckenzange, einem Zeckenhaken benutzt, die Zecke wird immer hautnah gegriffen. Ein Quetschen sollte vermieden werden, damit die Zecke nicht aus Panik Giftstoffe in den Körper pumpt. Auch bringt Drehen nach links oder rechts bei der Entfernung nichts. Die Zecke hat keinen Schraubverschluss (Anmerkung unserer Leserin Jackie: Mit dem Zeckenhaken Twister, geht die Zecke viel leichter raus, wenn man dreht, weil sie dann von alleine los lässt.)
Zecke also mit Hilfsmittel hautnah greifen und langsam gerade herausziehen. Sollte noch ein Rest des Stechapparates (was fälschlicherweise für den Kopf der Zecke gehalten wird) zurückbleiben, so wird dieses meist von selbst irgendwann abgestoßen.
Fazit: Hund & Zecken
Generell gilt natürlich, egal ob mit oder ohne Schutz: Nach jedem Spaziergang muss der Hund (am besten auch sich selber) nach Zecken abgesucht werden, damit diese so früh wie möglich entfernt werden können.
Autorin: Melanie Weber-Tilse
Titelbild: Wikipedia – Eine männliche Zecke
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Wenn der Hundebuggy unangenehm wird: Vorurteile unter Hundehalter

Leben mit Handicap-Hunden
Läufigkeit bei einer Hündin
6 Kommentare
Bei meinem Hund hilft gegen Zecken Knoblauch und das biologische Spot on Inuzid, welches mir mein Tierarzt empfohlen hat. Meine Kleine hatte dieses Jahr erst eine, sonst sind es zu diesem Zeitpunkt immer schon viel mehr.
Weil ich mit meinen Hunden oft im Wald spazieren gehe, kommt es öfter mal vor, dass meine beiden Lieblinge mit Zecken oder anderem Ungeziefer nach Hause kommen. Das war für die Tiere und mich nicht besonders angenehm, weshalb ich mich im Internet auf die Suche nach einem guten Onlineshop machte, der Medizin für das Zeckenproblem anbietet. Zum Glück fand ich sehr schnell Vets4petz, denn dort wird eine große Auswahl an Antiparasitika geboten. Für meine Hunde wählte ich ein Spray von Frontline, welches keinen Eigengeruch besitzt und meine Hunde super vertragen. Also ich kann Vets4petz nur weiterempfehlen!
Statt der üblichen Zeckenzangen gibt es in der Apotheke Zeckenkarten. Sie haben das Format einer Kreditkarte und haben an zwei Ecken kleine Schlitze, einen größeren für erwachsene Zecken und einen kleineren für junge.
Man schiebt die Karte mit dem Schlitz unter die Zecke und muss nun nur noch anheben. Die komplette lebende Zecke sitzt auf der Karte. Diese Karte hat mir sehr geholfen, weil ich mit den Zangen und Pinzetten nie klargekommen bin.
Ich benutze übrigens Fiproline bei meinem Hund. Das enthält den gleichen Wirkstoff wie Frontline und ist billiger.
Mein Hund hat direkt auf der Schwanzspitze eine Zecke. Ich habe versucht sie zu entfernen, was mir jedoch nicht gelungen ist. Gerade an der Stelle ist er sehr empfindlich (ich vermute dass da die Nervenstränge zusammen laufen) und er läßt mich jetzt auch gar nicht mehr ran.
Hat jemand einen Rat für mich?
Ab zum Tierarzt, der wird die Zecke entfernen können :)
Danke Dir, wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben. Ich habe Angst, dass er sonst noch krank wird.
Neues Mittel gegen Zecken und Flöhe
Re: Neues Mittel gegen Zecken und Flöhe
Re: Neues Mittel gegen Zecken und Flöhe

Re: Neues Mittel gegen Zecken und Flöhe
Dieses Jahr wollte ich jedoch auf Nummersicher gehen. nach dem milden Winter. das sie weiterhin von Zecken verschont bleibt.
Re: Neues Mittel gegen Zecken und Flöhe
Re: Neues Mittel gegen Zecken und Flöhe
Re: Neues Mittel gegen Zecken und Flöhe

Bis jetzt habe Scalibor Halsbänder verwendet aber immer mit Bauchweh. Alle Zecken Bänder sind mit Nerven Gift eingereicht, und abgesehen schon davon, dass für die Hunde na ja, schädlich ist hat man beim streicheln den Gift auch auf der Hand.
Vor über 2 Monate habe die Bravecto Tabletten dem Hunden "verpasst" - seitdem habe nur 2 tote Zecken gefunden. Also , meiner Meinung nach die Tabletten müssen auch Zecken abwährende Wirkung haben, obwohl darüber im Beipackzettel nichts steht.
So habe ich den , meiner Meinung, geringeren Übel gewählt. Sicher - einen Mittel, dass nur auf die Zecken wirkt, und nicht Nebenwirkung auf die Hunde hat, gibt es leider noch nicht.
Übrigens, habe auch schon alle bio Mittel ausprobiert, auch Bernstein Ketten, aber da könnte ich hören, wie die Zecken lachen
Re: Neues Mittel gegen Zecken und Flöhe
Re: Neues Mittel gegen Zecken und Flöhe
es gibt ein neues Zeckenmittel für Hunde mit dem Namen
das eine sehr gute Beurteilung erhalten hat und auch ohne Nebenwirkungen ist.
Jelly
Re: Neues Mittel gegen Zecken und Flöhe

Re: Neues Mittel gegen Zecken und Flöhe
Re: Neues Mittel gegen Zecken und Flöhe

Dosierung und Auftragsmengen:
Jungtiere und kleine Hunde bis 3 kg: 0,2 - 1 ml
Hunde von 3 kg - 8 kg: 1 - 2 ml
Hunde von 8 kg bis 15 kg: 2 - 3 ml
Hunde von 15 kg bis 30 kg: 3 - 5 ml
Bei grösseren Tieren in Abhängigkeit von Gewicht, Haarlänge und -dichte entsprechend mehr.
Unser Insektenschutz für Hunde verteilt sich als feiner, öliger Film über Haut und Fell des Tieres und
hält durch kontinuierliche Verdunstung lästige Insekten zuverlässig fern.
Der rein physikalische Vorgang ohne klassische Giftwirkung wirkt ausschließlich auf Insekten und derartige
Chitinträger. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung keine Gefährdung des Haustieres.
Schützt bis zu 3 Wochen.
Wirkstoff: 0,05% Geraniol bzw. 0,5g/l Geraniol
Re: Neues Mittel gegen Zecken und Flöhe

ich bürste meine beiden schäferhunde 1x pro woche mit ballistol animal. wohne mitten in der natur und keine zecken.
Re: Neues Mittel gegen Zecken und Flöhe
Re: Neues Mittel gegen Zecken und Flöhe
allemheilgebende
Seelenheilung – Körperheilung
Zecken-Abwehr – Neun natürliche Mittel für Mensch und Hund
Mit den wärmeren Temperaturen sind auch die altbekannten Blutsauger wieder da – die Zecken! Zecken können bei Mensch und Hund nicht nur zu lokalen Entzündungen und Schwellungen führen, sondern auch gefährliche Krankheiten übertragen. Es ist daher extrem wichtig, den Hund und sich selbst vor Zecken zu schützen. Aber wie? Die üblichen Abwehrmittel für Hunde (Pipetten, Spray oder Halsbänder) wirken zwar oft (aber nicht immer) und bringen überdies Nebenwirkungen mit sich. Gibt es natürliche Mittel gegen Zecken, die auch wirklich wirken?

Wenn die Zeckensaison beginnt, sollte das Zeckenabwehrmittel parat sein
Da freut man sich monatelang auf den Sommer und auf ausgedehnte Wanderungen mit dem Hund im Grünen. Und kaum ist der Sommer da, kreuzen auch schon seine Nachteile auf: Zecke, Floh und Milbe
Unbeliebt sind sie alle, die Zecken jedoch ganz besonders. Sie hinterlassen bei Mensch und Hund nicht nur entzündete Bissstellen, sondern immer wieder auch gefährliche Krankheitserreger.
Es ist daher mehr als ratsam, ein für Mensch und Hund wirksames Zeckenabwehrmittel bei der Hand zu haben.
Zecken-Krankheiten
Die Erkrankungen, die durch Zeckenbisse hervorgerufen werden können, beschränken sich beim Menschen bislang hauptsächlich auf Borreliose und die Frühsommer-Meningitis (FSME).
Dem Hund kann die Zecke einige Krankheiten mehr bescheren – abhängig von Zeckenart und Herkunft der Zecke.
In Frage kommen ebenfalls die Borreliose, aber auch die Babesiose und die Anaplasmose. Die FSME tritt beim Hund hingegen äusserst selten auf, da Hunde hier sehr resistent zu sein scheinen und eine FSME-Infektion bislang nur bei deutlich geschwächtem Immunsystem und gleichzeitigem Vorhandensein anderer Infektionen beobachtet wurde.
Verantwortlich dafür sind entweder der Gemeine Holzbock oder aber die Auwaldzecke.
In Süd- und Osteuropa können sich Hunde über die dort heimische Braune Hundezecke mit Ehrlichiose infizieren. Allerdings wird diese Zeckenart immer häufiger auch nördlichen Gefilden gesichtet. Doch sind sie hier selten mit dem Ehrlichiose-Erreger infiziert.
Die braune Zecke gräbt sich nicht annähernd so tief ins Fleisch wie die mitteleuropäischen Zecken und kann daher sehr leicht entfernt werden.
Einige dieser Krankheiten können chronisch werden, das Immun- und Nervensystem des Hundes dauerhaft schädigen und im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Die medikamentöse Behandlung ist langwierig, selten heilsam und meist mit starken Nebenwirkungen verbunden.
Vorbeugung ist bei Zeckenkrankheiten daher das A und O.
Chemische Zeckenabwehr
Die Schulmedizin rät zu Pestiziden, vor allem zu Spot-on-Mitteln, die aus Einwegpipetten direkt in den Nacken und auf den Schwanzansatz des Tieres geträufelt werden, wie z. B. Preventic, Ex-Spot, Advantix und Frontline.
Gern wird auch Scalibor empfohlen, ein hochwirksames Halsband, das nicht nur Zecken abhält, sondern auch Sandmücken. Letztere können die Leishmaniose übertragen, eine Zecken-Krankheit, die gerade bei Hunden im Süden Europas weit verbreitet ist.
Spot-on-Mittel enthalten meist Permethrin, Imidacloprid, Moxidectin oder eine Kombination aus zweien dieser Chemikalien. Das Scalibor-Halsband ist mit Deltamethrin bestückt.
Es handelt sich um Nervengifte, die eine antiparasitäre Wirkung von etwa 2 bis allerhöchstens 4 Wochen versprechen. Meist wird zu einem Auftragen der Spot-ons im Abstand von drei bis vier Wochen geraten.
Das heisst, der Hund wird in diesen kurzen Abständen mit toxischen Substanzen beträufelt, die sich sodann mit der Lipidschicht der Haut verbinden und natürlich auch – zumindest teilweise – durch die Haut in den Körper gelangen.
Die häufigste Nebenwirkung der Mittel ist daher eine Überempfindlichkeitsreaktion.
Bei älteren Welpen (ab 7 Wochen), aber auch bei erwachsenen Hunden kann sich dies in Übelkeit und Erbrechen äussern oder in nicht enden wollendem Juckreiz.
Wie gut, wenn es lediglich ein Scalibor-Halsband war, das man nutzte, denn dieses kann schnell wieder entfernt werden, was bei Spot-on-Mitteln nicht mehr der Fall ist. Hier muss dann abgewartet werden, bis die Wirkung wieder nachlässt.
Mögliche Nebenwirkungen der chemischen Zeckenmittel
Zu den Symptomen, die in den Wochen nach dem Auftragen eines Zeckenabwehrmittels auftreten können, gehören die folgenden:
- Übelkeit und Erbrechen
- Schuppige Haut und stumpfes Fell
- Juckreiz bis hin zu extremen Entzündungsreaktionen und Ekzemen der Haut
- Selten treten neurologische Symptome wie Zittern oder Lethargie auf
Die akuten Symptome sind meist eindeutig auf die Insektengifte zurück zu führen. Was die Mittel jedoch im Laufe der Jahre bei ständig sich wiederholender Anwendung im Organismus anrichten können, weiss niemand.
Magen-Darm-Probleme und eine Leberüberlastung sind hier vermutlich die kleinsten Übel.
Zeckenmittel – Resistenzen sind immer häufiger
Ein weiteres Problem ist, dass die Zecken zunehmend resistenter gegen die chemischen Abwehrmittel werden und völlig unbeeindruckt immer häufiger auch behandelte Hunde befallen.
Relativ neu auf dem Markt sind Kautabletten. Ihre Gifte töten Zecken nach maximal zwölf Stunden ab. Auch zu ihnen existieren keine Langzeitstudien und viele Tierärzte und Tierheilpraktiker sehen sie sehr kritisch.
Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit und vermehrter Speichelfluss können als akute Symptome auftreten. Was nach einigen Jahren passieren kann, wenn man regelmässig die Tabletten gibt, weiss jedoch niemand.
Gefährliche Borreliose-Impfung
Gegen die Borreliose können Hunde inzwischen geimpft werden. Die Ständige Impfkommission für Tiere (StIKo Vet.) empfiehlt die Impfung für alle Hunde, die in zeckenbelasteten Regionen leben oder dort Urlaub machen.
Selbst aber manche Tierärzte warnen vor der Borreliose-Impfung und raten eher zu einer wirksamen Zeckenprophylaxe. Denn nur einer der beiden Borreliose-Impfstoffe zielt auf die tatsächlich krankmachende Borrelienart ab. Der andere auf Arten, die gar nicht infektiös sind.
Noch schlimmer ist jedoch, dass die Impfung bei bereits infizierten Hunden schwere Nierenentzündungen hervorrufen kann. Woher aber soll man wissen, dass der Hund sich gerade erst infiziert hat?
Zusätzlich zur Impfung solle man überdies nach wie vor eines der üblichen Abwehrmittel verwenden und die Hunde täglich nach Zecken absuchen. Wozu also die Impfung?
Verständlich, wenn viele Hundehalter dringend nach einer natürlichen oder wenigstens nebenwirkungsarmen Alternative zu den giftigen Zeckenabwehrmitteln suchen.
Neun natürliche Zeckenabwehrmittel
Natürliche Zeckenabwehrmittel gibt es viele. Was aber können sie leisten? Studien sind äusserst rar und für Tiere existieren kaum welche, die auch tatsächlich einen wissenschaftlichen Wert besitzen. Es muss also vor allem auf Erfahrungswerte zurückgegriffen werden.
1. Knoblauch gegen Zecken
Knoblauch – so wird häufig gewarnt – soll (genau wie Zwiebeln) in hoher Konzentration aufgrund seiner Schwefelverbindungen für Hunde giftig sein, da er die roten Blutkörperchen zerstören könne.
Wie es wirklich um die angebliche Giftigkeit von Zwiebeln und anderen Lauchgewächsen für Hunde bestellt ist, haben wir ausführlich hier (unter Punkt 8. Zwiebeln und andere Lauchgewächse – Giftig oder gesund?) erklärt.
Um eine Abwehrwirkung gegen Ungeziefer zu erreichen, sind also vom Knoblauch deutlich geringere Dosen erforderlich, als jene, die beim Hund zu gesundheitlichen Schäden führen würden.
Wenn auch nicht mit Hunden, so liegt wenigstens eine wissenschaftliche Studie mit Menschen vor. Sie wurde an der Lund Universität in Malmö mit Hilfe von 100 schwedischen Soldaten durchgeführt und zeigte, dass die Hälfte der Probanden, die statt Knoblauch lediglich ein Placebo einnahm, deutlich mehr von Zecken befallen wurden (um ca. 30 %) als die die Knoblauchgruppe. Allerdings blieb auch diese nicht gänzlich von Zeckenbissen verschont.
Knoblauch hilft also durchaus gegen Zecken, erfahrungsgemäss auch bei Hunden, allerdings unterschiedlich effektiv.
Manche Hunde reagieren besser auf die Einnahme als andere. Bei einigen Hunden hilft es gar nicht.
Es ist jedoch einen Versuch wert. Statt frischem Knoblauch kann auch Granulat oder Pulver verfüttert werden, wobei frischer Knoblauch deutlich mehr Wirkstoffe besitzt.
Viele Hersteller entschwefeln ihre Produkte, so dass sie für ängstliche Hundebesitzer noch unbedenklicher einsetzbar sind.
2. Bernsteinketten gegen Zecken
Viele Hundehalter schwören in Sachen Zeckenabwehr auf Bernsteinketten. Die Hunde sehen damit auch äusserst attraktiv aus. Doch wie ist es um die tatsächliche Wirksamkeit bestellt? Offenbar wirkt nicht jeder Bernstein.
Es muss sich – so heisst es – um unbearbeiteten echten Rohbernstein handeln. Nur dieser besitze eine Parasiten abwehrende Wirkung – und zwar aufgrund seines Harzgeruchs und seiner elektrostatischen Aufladung.
Auch müsse die Kette unbedingt über längere Zeit ständigen Körperkontakt haben, darf also nur ganz kurz zur Reinigung unter fliessendem Wasser abgenommen werden. Der Hund muss die Kette also permanent tragen, was nicht für jeden Hund ideal ist.
Manchen Hunden ist eine Kette unangenehm. Folglich versuchen sie sich durch Kratzen von dieser zu befreien. Leben mehrere Hunde im Haushalt, die gerne miteinander toben, dann kann die Kette ein Verletzungsrisiko bergen und natürlich auch schnell zu Bruch gehen. Dieselbe Gefahr besteht selbstverständlich auch, wenn der Hund beim Spaziergang seine Spielkameraden trifft.
3. Homöopathie gegen Zecken
Ledum, der Sumpfporst, wird häufig in homöopathischer Form empfohlen, um Zeckenbissen vorzubeugen. Die gängige Potenz ist hier die C200, eine Gabe von drei bis fünf Globuli alle vier bis acht Wochen. Viele Hundehalter sind davon begeistert und können einen verminderten bis ausbleibenden Zeckenbefall feststellen.
Aber auch hier scheiden sich die Geister. Ganz abgesehen von den Homöopathiegegnern regt sich auch Widerstand aus den Reihen der klassischen Homöopathen. Ein homöopathisches Mittel wird im Sinne Hahnemanns, des Begründers der Homöopathie, nicht als Prophylaxe gegeben, sondern erst bei Vorliegen von Krankheitserscheinungen.
Ein prophylaktisch gegebenes Homöopathikum in einer hohen Potenz kann nach Aussage von klassisch arbeitenden Homöopathen im Organismus Schaden anrichten.
Stephen Tobin, ein Tierarzt in einer Region mit zahlreichen Borreliose-Fällen arbeitet ebenfalls mit Homoöpathika. Er empfiehlt, Ledum (C200 oder 1M) drei Mal täglich zu geben und zwar drei Tage in Folge – jedoch nicht zur Zeckenabwehr, sondern um die bereits vorhandene Borreliose zu lindern, was bei den behandelten Tieren offenbar zu einer sofortigen Besserung führte, ganz gleich, ob sie sich erst kürzlich infiziert hatten oder bereits seit Jahren an der Krankheit litten und einerlei, ob sie mit Antibiotika behandelt worden waren oder nicht.
Zur Vorbeugung – so Tobin – nehme er die Borrelia burgdorferi Nosode 60X – eine Dosis täglich eine Woche lang, dann eine Dosis pro Woche für einen Monat, dann eine Dosis alle sechs Monate. Genauso verfahre er mit anderen Nosoden, die er grundsätzlich statt Impfungen gebe.
Besprechen Sie diese Angelegenheit am besten mit einem erfahrenen Tierheilpraktiker oder Homöopathen, dem Sie vertrauen. Denn selbst unter Homöopathen besteht hier keineswegs Einigkeit.
4. Bierhefe gegen Zecken
Bierhefe scheint ebenfalls eine Zecken abwehrende Wirkung zu entfalten. Denn Zecken mögen den Geruch der enthaltenen B-Vitamine nicht. Also steuern sie mit Bierhefe gefütterte Hunde gar nicht erst an.
Allerdings behagt der Geruch auch so manchem Hund nicht. Eine Zufütterung ist daher nicht immer problemlos möglich. Auch kann Bierhefe unter Umständen Magen-Darm-Probleme verursachen. Schleichen Sie die Bierhefe daher langsam und mit kleinen Dosen ein, damit sich der Hund daran gewöhnen kann.
Man gibt einen Teelöffel pro 10 Kilogramm Körpergewicht sowie jeweils einen Viertel Teelöffel für jede weiteren 2,5 Kilogramm. In der Zeckenhochsaison könnte auch die doppelte Dosis gegeben werden.
5. Ätherische Öle gegen Zecken
In vielen sog. alternativen Zeckenabwehrmitteln sind bunte Mischungen ätherischer Öle enthalten. Beispielsweise Thymian, Oregano, Wacholder, Grapefruit, Myrrhe, Rosenholz und viele andere. Geraniol ist jedoch offenbar eines der wirkungsvollsten.
Es soll den Chitinpanzer von Zecken und Flöhen angreifen und die Tiere austrocknen. Es kommt in vielen Anti-Parasiten-Produkten als Einzelmittel oder auch in Kombination vor und kann als Direkt-Spray, Spot-on oder Halsband verwendet werden. Da es nur einen leicht blumigen Geruch verströmt, wird es gern vom Tier angenommen (anders als viele andere ätherische Öle).
Eine Feldstudie in Marokko konnte zeigen, dass aufgesprühtes 1-prozentiges Geraniol bei Rindern den Zeckenbefall um 98,4 Prozent senken konnte. Selbst 14 Tage später war noch ein hoher Effekt nachweisbar („Efficacy of 1 % Geraniol (Fulltec®) as a tick repellent“).
Allerdings vertragen manche Hunde das Geraniol nicht so gut und zeigen eine Überempfindlichkeitsreaktion wie stumpfes, schuppiges Fell.
Der Zitronen-Eukalyptus liefert ein weiteres ätherisches Öl mit Zecken abschreckender Wirkung. Der Wirkstoff heisst Citriodiol und findet sich in etlichen natürlichen Insektenabwehrmitteln.
In einer Studie zeigte sich, dass Menschen, wenn sie sich mit Citriodiol einrieben, nur von halb so vielen Zecken entdeckt wurden wie ungeschützt.
Für Hunde könnte der Duft des Zitronen-Eukalyptus zu intensiv sein, für den Hundehalter jedoch ist es eine Möglichkeit der nebenwirkungsfreien Zecken- und Mückenabwehr.
6. Babypuder und Kieselgur gegen Zecken
Auch Babypuder und Kieselgur trocknen den Insektenpanzer aus. Viele Hundebesitzer pudern das Fell alle paar Tage ein und stellen einen stark verminderten Befall fest.
7. Kokosöl gegen Zecken
Die Laurinsäure im Kokosöl scheint auf Parasiten unattraktiv zu wirken. Der Hund muss – damit das Kokosöl wirkt – jeden Tag mit einer kleinen Portion eingerieben werden. Aufgrund seiner Konsistenz eignet sich die Anwendung jedoch nur für kurzhaarige Tiere.
An der FU Berlin, Arbeitsgruppe für Angewandte Zoologie/Ökologie der Tiere, wurde in einem Labortest am Menschen nachgewiesen, dass Zecken Kokosöl nicht mögen. Die Haut der Probanden wurde mit 10-prozentiger Laurinsäurelösung behandelt. 88 Prozent der Zecken liessen sich sofort fallen, nachdem sie den Geruch wahrgenommen hatten. Die Wirkung hielt mindestens sechs Stunden an. Es zeigte sich, dass bereits auch die Nymphen den Geruch ablehnten.
Kokosöl kann also auch beim Menschen als Zeckenabwehrmittel eingesetzt werden.
Mehr über die Zecken abwehrende Wirkung des Kokosöls lesen Sie hier: Borreliose
8. Zistrose gegen Zecken
Cistus incanus, die graubehaarte Zistrose, ist seit langem dafür bekannt, das menschliche Immunsystem zu stärken. Sie wirkt antioxidativ und entzündungshemmend, antiviral und antimikrobiell.
Doch scheint die Zistrose auch ein hervorragendes Zecken- und Mückenabwehrmittel zu sein – und zwar für Hund und Mensch.
Eine interessante private Studie an 48 Hunden führte das Team der HeilsamPraxisEsch in Sankt Augustin durch.
An der Studie beteiligt waren Jäger, Züchter, Hundetrainer und 16 Hundebesitzer. Von den 48 Hunden bekamen 32 Hunde Cistus, zehn Hunde Frontline und sechs Hunde blieben unbehandelt.
Die Dosierung betrug 1 Kapsel Cistus pro Tag über durchschnittlich 20 Tage hinweg.
Das Ergebnis der Studie zeigte, dass der Zeckenbefall bei den unbehandelten Hunden in 20 Tagen bei jeweils durchschnittlich 150 Zecken lag. Unter Frontline ging die Zahl der Zecken deutlich zurück. Zeckenfrei war jedoch keiner der Frontline-Hunde.
Bei den Hunden, denen Cistus gegeben wurde, waren pro Hund in 20 Tagen null bis zwei Zecken zu beobachten, die sich überdies sehr leicht entfernen liessen.
Die erste Wirkung war nach fünf Tagen sichtbar, nach weiteren fünf Tagen wurde kein Hund mehr befallen. Damit war Cistus dem chemischen Mittel Frontline deutlich überlegen. Der einzige Hund, bei dem die Wirkung von Cistus weniger deutlich war, zeigte eine langwährende Immunschwäche.
Auch wenn diese Studie kein wissenschaftliches Niveau besitzt und die Anzahl der Probanden klein war, so ist das Ergebnis durchaus beeindruckend.
Der Nebeneffekt einer Cistusgabe ist ein stabiles Immunsystem. Allerdings sollte auch Cistus – wie bei allen immunstärkenden Heilpflanzen üblich – auf keinen Fall dauerhaft eingesetzt werden, um den Gewöhnungseffekt zu vermeiden. Starten Sie damit also erst kurz vor der Zeckensaison!
Menschen nehmen 2 Cistus-Kapseln (à 400 mg Cistus-Extrakt) pro Tag.
Auch Cistustee kann probiert werden. In manchen Quellen wird die Zubereitung folgendermassen empfohlen:
Ein Teelöffel Cistus incanus getrocknet mit einer Tasse kochendes Wasser übergiessen und 10 Minuten ziehen lassen. Die Blätter sollten insgesamt drei Mal für die Teezubereitung genutzt werden, damit alle unterschiedlichen sekundären Pflanzenstoffe extrahiert werden.
9. Mönchspfeffer-Spray
Der Mönchspfeffer (Vitex Agnus Castus) ist eigentlich eher bekannt dafür, die männliche Libido zu dämpfen und das hormonelle Gleichgewicht von Frauen wieder einzurenken.
Offenbar kann er aber auch Stechmücken und Zecken abhalten – und zwar sechs Stunden lang in Form eines Sprays (Viticks-Cool-Spray), das auf die Haut gesprüht wird.
Festzuhalten bleibt, dass es etliche Möglichkeiten gibt, auf natürliche Weise gegen Zeckenbefall vorzugehen. Doch jeder Hund und auch jeder Mensch ist verschieden und reagiert auch ganz individuell auf die verschiedenen Mittel. Daher bleibt nichts anderes übrig, als auszuprobieren, welches Zeckenabwehrmittel für Sie selbst und welches für Ihren Hund das richtige ist.
Zusätzlich zu allen Massnahmen – sowohl den schulmedizinischen als auch den alternativen – sollten Sie sich selbst und natürlich auch Ihren Hund nach jedem Aufenthalt in der freien Wildbahn nach Zecken absuchen – eine Aktion, die Sie bei Ihrem Hund wunderbar mit einer entspannenden Massage verbinden können
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Tablette gegen Zecken
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- Dabei seit: 18.09.2008
- Beitrдge: 131
Tablette gegen Zecken
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- Dabei seit: 27.02.2016
- Beitrдge: 138
Habe davon Abstand genommen.
Bravecto tцtet ja die vorhandenen Zecken. Hat eine infizierte Zecke beim Hund "angedockt", wird sie in ihrem Todeskampf ihr Gift/die in ihr vorhandenen Krankheitserreger in den Hund ьbertragen.
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- Dabei seit: 05.05.2013
- Beitrдge: 3127
For a balanced life you need a dog to adore you and a cat to ignore you.
Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mens ch. (E. Kдstner)
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- Dabei seit: 09.03.2015
- Beitrдge: 1638
Eine Repellent-Wirkung darf das Prдparat doch gar nicht haben, denn die Wirkung beruht eben darauf, dass die Flцhe anbeiЯen, um sich zu vergiften. Habt Ihr mal gegoogelt, wie lange die und auch die Larven ohne Nahrung ьberleben kцnnen? Die beiЯen dann halt bei Repellents nicht und warten auf bessere Zeiten.
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- Dabei seit: 10.01.2008
- Beitrдge: 1732
Ich habe es mitgenommen - aber Nele nicht gegeben und werde dies auch weiterhin nicht tun. Ich bleibe auch erstmal bei den natьrlichen Mitteln.
Eine 100%ige Sicherheit gibt es in keinem Fall. Aber ohne Bravecto besteht zwar eine Gefahr der Ьbertragung von Anaplasmose etc., aber eben nur die Gefahr - bei der Gabe von Bravecto ist es sicher, dass es sich beim Hund ablagert. Also lebe ich lieber mit der Gefahr, als dass ich mir die Sicherheit der Ablagerung einhandle.
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- Dabei seit: 22.07.2003
- Beitrдge: 5470
Doof. Das geb ich ihm natьrlich nicht mehr - SpotOn lдsst er sich aber nicht draufmachen und Scalibor kommt fьr mich nicht in Frage. Und das ganze alternative Zeug hat hier noch nie was gebracht.
First they ignore you, then they ridicule you, then they fight you - then you win. (Mahatma Gandhi)
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- Dabei seit: 17.11.2006
- Beitrдge: 1412
Seelenhunde finden uns immer, denn sie wurden fьr uns geboren. (A. Griesand)
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- Dabei seit: 18.04.2014
- Beitrдge: 2050
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- Dabei seit: 09.03.2015
- Beitrдge: 1638
Natьrlich mache ich mir Sorgen bei der Gabe von Giften, nur sehe ich zur Zeit nur die Wahl zwischen Pest und Cholera, wenn die Flцhe gegen die ьblichen Mittel resistent sind und auЯer dem Bravetko nur die ganz massiven und ja auch lang anhaltenden Chemiekeulen Hilfe versprechen.
SchlieЯlich kann man die Flцhe ja auch nicht auf dem Hund lassen.
Und ein gefoggerter Haushalt ist auch eine Giftdeponie, die die Leber und die Nerven und das Gehirn schдdigt.
Ich habe mich Anfang des Jahres sehr darьber geдrgert, dass ich zwei Wochen mit - auch nur relativ!! - milden Mitteln so viel Zeit verloren habe, in der die Population wirklich explodierte.
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- Dabei seit: 22.07.2003
- Beitrдge: 5470
First they ignore you, then they ridicule you, then they fight you - then you win. (Mahatma Gandhi)
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- Dabei seit: 06.01.2011
- Beitrдge: 9668
Natьrlich mache ich mir Sorgen bei der Gabe von Giften, nur sehe ich zur Zeit nur die Wahl zwischen Pest und Cholera, wenn die Flцhe gegen die ьblichen Mittel resistent sind und auЯer dem Bravetko nur die ganz massiven und ja auch lang anhaltenden Chemiekeulen Hilfe versprechen.
SchlieЯlich kann man die Flцhe ja auch nicht auf dem Hund lassen.
Und ein gefoggerter Haushalt ist auch eine Giftdeponie, die die Leber und die Nerven und das Gehirn schдdigt.
Ich habe mich Anfang des Jahres sehr darьber geдrgert, dass ich zwei Wochen mit - auch nur relativ!! - milden Mitteln so viel Zeit verloren habe, in der die Population wirklich explodierte.
Gegen Flцhe hat hier Program wirklich gut geholfen. Dazu hab ich ales, inkl. Hund, mit Bioinsectshocker behandelt.
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- Dabei seit: 13.02.2010
- Beitrдge: 1640
Natьrlich mache ich mir Sorgen bei der Gabe von Giften, nur sehe ich zur Zeit nur die Wahl zwischen Pest und Cholera, wenn die Flцhe gegen die ьblichen Mittel resistent sind und auЯer dem Bravetko nur die ganz massiven und ja auch lang anhaltenden Chemiekeulen Hilfe versprechen.
SchlieЯlich kann man die Flцhe ja auch nicht auf dem Hund lassen.
Und ein gefoggerter Haushalt ist auch eine Giftdeponie, die die Leber und die Nerven und das Gehirn schдdigt.
Ich habe mich Anfang des Jahres sehr darьber geдrgert, dass ich zwei Wochen mit - auch nur relativ!! - milden Mitteln so viel Zeit verloren habe, in der die Population wirklich explodierte.
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- Dabei seit: 09.03.2015
- Beitrдge: 1638
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- Dabei seit: 11.10.2007
- Beitrдge: 5656
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Zecken beim Hund – richtig abwehren und entfernen
Zecken beim Hund lässt sich durch Zeckenschutz vorbeugen. Kommt es doch zum Zeckenbiss, muss man die Zecke entfernen, denn sie kann Krankheiten übertragen.
Artikelinhalte
Hundebesitzer nutzen insbesondere gutes Wetter, um ausgedehnte Spaziergänge mit ihren Hunden zu unternehmen. Nach solchen Ausflügen gilt es, besonders im Sommer, den Hund nach Zecken abzusuchen. Aber warum sollte man das überhaupt machen und wie kann man die Zecken entfernen? Wie gefährlich ist ein Zeckenbiss und welcher Zeckenschutz ist der Beste für meinen Hund? Im folgenden Artikel erhalten Sie nützliche Informationen zum Thema Zecken beim Hund und erfahren, was gegen Zecken hilft.
Was hilft gegen Zecken beim Hund?
Das natürlichste und schonendste Mittel gegen Zecken ist das Absammeln direkt nach dem Spaziergang. Natürlich ist diese Methode zeitintensiv, verzichtet dabei aber auf jegliche Medikamente oder sonstige Mittel.
Da die Zecken nicht direkt zustechen, sondern meist zunächst nach einer geeigneten Stelle für ihren Stich suchen, kann man diese Zeitspanne nutzen, um sie abzusammeln. Kommt die Zecke nicht zum Stechen, kann sie auch keine Krankheitserreger übertragen.
Medikamente gegen Zecken
Wem diese natürlichen Methoden zu unsicher sind, findet eine große Auswahl an Zeckenmitteln beim Tierarzt. Neben der Wirkung gegen Zecken helfen diese Präparate auch gegen Flöhe und teilweise gegen andere Parasiten wie Mücken. Daher werden sie auch Kombinationspräparate genannt. Welches Mittel gegen Zecken für Ihren Hund am geeignetsten ist, lässt sich durch ein Gespräch mit dem Tierarzt herausfinden.
Verschiedene Darreichungsformen von Medikamenten gegen Zecken sind:
Es gibt verschiedene Mechanismen, wie Medikamente gegen Zecken wirken können:
- Repellent: Dieses Mittel schreckt die Zecke ab, sie sucht den Hund nicht für die Blutmahlzeit auf.
- Systemisches Antiparasitikum: Das Mittel verteilt sich über die Blutbahn im Hund. Wenn die Zecke Blut saugt, stirbt sie.
Spot on-Präparate für Hunde
Spot on-Präparate zur Anwendung auf der Haut sind besonders geeignet für Hunde, bei denen es schwierig ist, Tabletten zu verabreichen. Das Zeckenmittel wird direkt auf die Haut im Nacken getropft. Das Mittel verteilt sich über die Blutbahn in der gesamten Haut des Hundes und wirkt dann für circa vier Wochen.
Wichtig ist, dass der Hund die ersten Tage nicht baden geht. Sonst kann es zur Verminderung der Wirkung des Spot on-Präparates kommen. Generell sind auch Reaktionen der Haut auf das Mittel möglich. Sollte das der Fall sein, ist es ratsam, zukünftig auf ein anderes Präparat umsteigen.
Repellente Spot ons
Permethrin ist ein repellenter Wirkstoff, der zum Beispiel in Advantix® oder Vectra® vorkommt, und bewirkt, dass Zecken, Flöhe und Mücken den Hund meiden und somit der eigentliche Stich verhindert wird. Sollte sich trotzdem eine Zecke auf den Hund verirrt haben und zustechen, wird der Parasit zusätzlich durch das Medikament abgetötet.
Zeckenabtötung durch Blutsaugen nach Spot on-Behandlung
Andere Spot on-Präparate wie Frontline® brauchen den Stich durch die Zecke, damit sie wirken können. Durch den Wirkstoff sterben die Zecken und fallen vom Tier ab. Frontline® gibt es mittlerweile frei verkäuflich in der Apotheke, jedoch ist das die ältere Version des Präparats. Das erkennt man daran, dass es nur als Frontline® gekennzeichnet ist. Das neuere Präparat heißt Frontline Combo® und ist beim Tierarzt erhältlich.
Es kann immer sein, dass Spot on-Präparate bei einzelnen Hunden nicht wirken. Daher sollte man sich bei Problemen immer an den Tierarzt wenden. Dieser kann Sie entsprechend beraten und das beste Mittel für Ihren Hund finden.
Tabletten gegen Zecken
Tabletten gegen Zecken gibt es mit einer Wirkdauer von einem Monat, beispielsweise NexGard®, oder drei Monaten, Bravecto®. Der Vorteil dieser Tabletten ist, dass schwimmfreudige Hunde direkt nach der Tabletteneingabe wieder ins Wasser dürfen. Allerdings kann es besonders bei Hunden, die einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt haben, zu Erbrechen oder Durchfall kommen.
Die Wirkung der Tabletten basiert ebenfalls darauf, dass die Zecke nach dem Stich abstirbt. Auch wenn die Abtötung der Zecke in einem Zeitraum erfolgt, in dem noch keine Krankheitserreger übertragen werden sollen, kann die Übertragung nicht komplett ausgeschlossen werden.

Zeckenhalsband als Zeckenschutz für den Hund
Als weitere Variante gibt es die altbekannten Zeckenhalsbänder. Ob man die Variante aus der Zoohandlung bevorzugt oder lieber ein Zeckenhalsband beim Tierarzt kauft, ist jedem Hundebesitzer selbst überlassen. Der Vorteil der Zeckenhalsbänder vom Tierarzt ist, dass die Wirksamkeit und deren Dauer anhand von Studien bewiesen wurden.
Wichtig bei Zeckenhalsbändern ist, dass sie direkt auf der Haut am Hals des Hundes aufliegen. Nur so kann sich der Wirkstoff verteilen und den gewünschten Zeckenschutz bieten. Daher sollte das Halsband nicht zu locker sitzen. Besonders bei Hunden mit langen und dichtem Fell ist die Anwendung daher erschwert. Beispiele für Zeckenhalsbänder sind die Produkte Seresto® und Scalibor®.
Das Zeckenhalsband Seresto® wirkt bis zu acht Monate, sodass der Hund die komplette Zeckensaison geschützt ist. Das Scalibor® Halsband schützt mit einer Wirkdauer von bis zu sechs Monaten vor Zecken und bietet zusätzlich Schutz vor Flöhen, Sand- und Schmetterlingsmücken. Daher wird Scalibor® auch bei Reisen in den Süden empfohlen.
Beide Zeckenhalsbänder haben auch einen repellenten, also abweisenden, Effekt. Zudem sind sie für "Wasserratten" geeignet, da der Wirkstoff fettlöslich ist und somit nicht durch normales Wasser abgewaschen wird.
Wie kann ich meinen Hund natürlich vor Zecken schützen?
Es kursieren viele Ratschläge, wie man den Hund natürlich vor Zecken schützen kann. Ob man den Hund mit Kokosöl einreiben, ihm Bernstein um den Hals hängen oder Knoblauch verfüttern möchte, kann jeder Besitzer für sich entscheiden. Jedoch sollte man das nicht ohne tierärztlichen Rat ausprobieren.
Ätherische Öle sind zum Teil sehr unverträglich für unsere Haustiere. Knoblauch in großen Mengen kann beispielsweise giftig auf den Hund wirken. Auch das tägliche Einreiben des Hundes mit Öl erscheint aufwendig und hat wenig gemein mit der natürlichen Hautflora des Hundes.
Hilft Schwarzkümmelöl gegen Zecken?
Seit einiger Zeit wird Schwarzkümmelöl als natürliches Mittel gegen Zecken angepriesen. Das Öl wird dabei in das Futter des Hundes gemischt. Es wird beschrieben, dass Zecken und auch Flöhe Hunde meiden, die mit Schwarzkümmelöl behandelt wurden.
Die Wirkung wurde bisher nur durch Erfahrungsberichte beschrieben. Ob Schwarzkümmelöl die üblichen Zeckenmittel ersetzen kann, muss erst durch gesicherte Studien bewiesen werden.
Was tun, wenn der Hund eine Zecke hat?
Sollte doch einmal eine Zecke Ihren Hund gestochen haben, ist das kein Grund zur Panik.
Am besten ist es, die Zecke sofort bei Entdeckung vom Hund zu entfernen. Erfolgt das innerhalb von 24 Stunden, wird das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern auf den Hund gering gehalten.
Zusätzlich kann man jede Zecke untersuchen lassen, ob sie Krankheitserreger in sich trägt und somit die Gefahr einer Infektion gegeben ist.
Das Entfernen der Zecke ist Übungssache. Es gibt verschiedene Hilfsmittel zur Zeckenentfernung:
In der Regel eigenen sich Zeckenzangen aus der Zoohandlung sehr gut. Auch Pinzetten funktionieren, sind aber meist etwas schwieriger in der Handhabung beim Entfernen der Zecke. Zeckenkarte, Zeckenhaken und Zeckenlasso sind in der Anwendung etwas spezieller. Den richtigen Umgang entnehmen Sie die Anweisungen des Herstellers.
Das richtige Entfernen der Zecke
Beachten Sie folgende Tipps zum Entfernen von Zecken beim Hund:
- Wichtig ist, dass die Zecke so nah wie möglich an der Haut des Hundes gegriffen wird.
- Man sollte nicht auf das Hinterteil drücken, da man so die Wahrscheinlichkeit, Krankheitserreger aus der Zecke in den Hund zu drücken, erhöht. Daher ist es auch dringend ratsam, Zecken nicht nur mit bloßen Fingern zu entfernen, da man dabei die Zecke meistens quetscht.
- Man sollte nun die Zecke vorsichtig durch senkrechtes und kontinuierliches Ziehen aus der Haut holen.
- Zusätzlich helfen leichte Drehbewegungen, den Halteapparat der Zecke zu lockern.
- Dabei sollte man darauf achten, dass man nicht zu ruckartig zieht. Sonst besteht die Gefahr, den Kopf oder Teile des Stechapparates der Zecke abzureißen, sodass diese in der Haut verbleiben. Auch beim Entfernen mit den Fingern besteht eine erhöhte Gefahr des Zerreißens der Zecke.
Zecke abgerissen – was tun?
Sollte die Zecke beim Ziehen abgerissen sein und der Kopf steckt noch in der Haut, ist es ratsam, den Kopf dort zu belassen. Er wird innerhalb einiger Zeit absterben und vom Körper des Hundes abgestoßen.
Man sollte die Stelle regelmäßig kontrollieren, um zu sehen, ob sich eine Entzündung entwickelt. Dann sollte der Tierarzt aufgesucht werden.
Probleme und Gefahren beim Entfernen von Zecken
Wichtig ist, dass man die Zecke vor dem Entfernen nicht mit Ölen, Alkohol, Klebstoff oder Nagellack beträufelt. Dadurch erhöht sich sonst die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern auf den Hund.
Wenn man die Zecke entfernt hat und der Stichkanal noch etwas gerötet ist, kann man die Stelle mit etwas Alkohol, zum Beispiel Cutasept® oder Octinisept®, desinfizieren. Meist muss man jedoch keine weitere Behandlung der Stichstelle vornehmen.
Hat sich der Zeckenbiss jedoch entzündet, ist die Zecke eingewachsen oder die Stichstelle zeigt andere auffällige Symptome, wie eine massive Schwellung, Rötung oder Eiter, ist es ratsam, den Tierarzt aufzusuchen. Dieser wird dann die weitere Versorgung der Wunde übernehmen und Sie entsprechend beraten.
Vorbeugen durch aktiven Zeckenschutz
Für Ihre Sicherheit und die Ihres Hundes ist es wichtig, effektiven Zeckenschutz zu betreiben. Gerade im Haus kann es immer wieder dazu kommen, dass Zecken vom Hund abfallen und dann auf den Menschen übergehen.
Wenn man aber grundlegende Vorsichtsmaßnahmen gegenüber Zecken trifft, können Hund und Herrchen ausgedehnte Spaziergänge und Ausflüge in die Natur sorgenfrei genießen.
Zecken und Co. - Ein Dauerthema
Von Ralph Rückert, Tierarzt
Die Prophylaxe von Ektoparasiten (Zecken, Flöhe, Mücken, etc.): Bei kaum einem anderen Thema differieren die Sichtweisen von Tierarzt und Tierbesitzern so krass wie bei diesem. Als Tierarzt neigt man dazu, die Fragestellung für banal zu halten, mit den Schultern zu zucken und zu sagen "Dann nimm halt dieses oder jenes, und gut isses", während es die Tierbesitzer so richtig umtreibt, wie man im Netz tausendfach nachlesen kann. Also ist jetzt doch mal ein Artikel dazu fällig.
- Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts war die von Zecken übertragene Babesiose eine klassische "Mittelmeerkrankheit". Inzwischen gibt es Naturherde im Oberrheingraben, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in den Isarauen südlich von München, in der Umgebung von Regensburg, in den Elbauen und in Brandenburg. Auch in der Schweiz, Österreich, Holland und Polen finden sich Enzootie-Gebiete. Von den geschätzt 1000 Neuerkrankungen pro Jahr sind 30 bis 40 Prozent ortsständig, also nicht im Ausland erworben.
- Auch die ebenfalls von Zecken übertragene Canine Anaplasmose ist in Deutschland fest etabliert.
- Der reichlich ekelhafte und von Stechmücken übertragene Unterhautfadenwurm des Hundes (und des Menschen), Dirofilaria repens, hat von Südosten kommend das Bundesgebiet definitiv erreicht.
- Der nahe und nicht weniger unerfreuliche Verwandte des Unterhautwurms, der Herzwurm Dirofilaria immitis, hat es von Frankreich und Italien her kommend inzwischen bis in die Schweiz geschafft und breitet sich weiter nach Norden aus.
- In den letzten Jahren werden in Süddeutschland immer häufiger Sandmücken, die Überträger der hochgradig gefährlichen Leishmaniose, angetroffen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich auch diese Krankheit zu uns ausbreitet.
- Besonders mies ist der Infektionsweg der bisher auf den Mittelmeerraum beschränkten Hepatozoonose: Hier reicht das Abschlucken oder Zerbeißen einer Zecke durch den Hund für eine Ansteckung.
- Bezüglich der ebenfalls von Zecken übertragenen diversen Rickettsiosen wissen wir bisher in den meisten Fällen noch gar nicht, was diese anrichten können.
- "In einer aktuellen Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien wurden 90 Hunde über einen Zeitraum von einem Jahr begleitet und der Zeckenbefall wurde dokumentiert. Insgesamt wurden von den Haltern der Hunde 700 Zecken auf ihren Tieren gefunden. Dies sind im Schnitt knapp acht Zecken pro Hund im Jahr. Eine Zahl, die zunächst nicht groß alarmiert. Aber: Zecken können Erreger von Infektionskrankheiten wie Babesiose, Anaplasmose oder Borreliose übertragen. Und: In der Studie wurde durch Blutuntersuchungen festgestellt, dass fast jeder zweite der beobachteten Hunde in dem Jahr eine von Zecken übertragene Infektion durchmachte. Einer der Gründe dafür war, dass Hundehalter Mittel zum Zeckenschutz nicht regelmäßig aufgefrischt oder erst dann aufgetragen haben, wenn sie auf ihrem Hund bereits eine Zecke gefunden hatten. Dabei ist ein lückenloser Zeckenschutz entscheidend dafür, dass ein Hund vor einem Befall mit Zecken und der damit möglichen Übertragung von Krankheitserregern geschützt wird." (Zitat von esccap.de)
So, jetzt kann man sich wahrscheinlich schon denken, was aus tiermedizinischer Sicht die Zielvorgabe jeglicher Ektoparasiten-Prophylaxe sein muss: Das Haustier soll möglichst überhaupt nicht von irgendwas - seien es Mücken, Flöhe oder Zecken - gestochen werden. Im Urlaub im Süden auf gar keinen Fall und hier in Deutschland bestenfalls auch nicht. Wie aus den oben genannten Fakten klar hervorgeht, wird der Spielraum für Experimente immer kleiner, weil jeder Insektenbiss eine schwerwiegende Infektion nach sich ziehen kann.
Den wenigsten Lesern (und vielleicht auch nicht allen Kolleginnen und Kollegen) wird bewusst sein, dass es zu dem Thema bereits eine Leitlinie gibt, die "Leitlinie Verhinderung der Erregerübertragung durch Blut saugende Vektoren bei Hunden". Hier sollten Sie jetzt mit meinem Artikel Pause machen und sich die Leitlinie durchlesen, am besten von vorne bis hinten. Das mag etwas trocken und langweilig sein, aber danach sind Sie auf jeden Fall im Bilde. Wem das zu viel der Mühe ist, der muss sich eben auf unseren Ratschlag in diesen Dingen verlassen.
Das Problem mit Leitlinien habe ich in anderen Artikeln zwar schon mal angesprochen, aber sicherheitshalber sei es auch an dieser Stelle noch einmal erläutert: Medizinische Leitlinien, die in der Regel von einer Gruppe echter Kapazitäten des jeweiligen Fachgebietes verfasst werden, geben einerseits Anleitung und Sicherheit für den behandelnden Arzt, und zwar sowohl im fachlichen als auch im juristischen Sinn. Wer als Arzt sein Handeln an einer anerkannten Leitlinie ausrichtet, kann eigentlich nicht viel falsch machen. Andererseits und im Umkehrschluss schränken Leitlinien die Handlungsfreiheit natürlich auch massiv ein. Handle ich als Arzt gegen die Empfehlungen einer Leitlinie und es geht etwas schief, wird es für mich extrem schwierig, meine Vorgehensweise fachlich oder juristisch zu rechtfertigen. Zur Verdeutlichung ein Beispiel: Ich mag ja eventuell bei meinem eigenen Hund festgestellt haben, dass der neueste Hype auf diesem Gebiet, nämlich Schwarzkümmelöl, tatsächlich zu reduziertem Zeckenbefall führt; empfehle ich aber die Anwendung des Öls auch meinen Patienten, und einer der Hunde wird von mir aus in Freiburg von einer Zecke erwischt und erkrankt kurz darauf lebensbedrohlich an einer Babesiose, so könnte mich der Besitzer wegen einer fehlerhaften Beratung verklagen und würde mit hoher Sicherheit auch Recht bekommen.
Dementsprechend gehen wir Tierärzte, wenn wir um Rat gefragt werden, auf Nummer Sicher und empfehlen die von der Pharmaindustrie angebotenen Präparate mit gleichzeitig insektizider/akarizider (abtötender) und repellierender (abstoßender) Wirkung. Der zweite Punkt ist uns besonders wichtig, denn nur ein Insekt, sei es Zecke, Floh oder Mücke, das erst gar nicht versucht, das Haustier anzubohren, ist in unseren Augen ein gutes Insekt. Eine zuverlässig repellierende Wirkung haben aber leider nur die Pyrethroide Permethrin, Deltamethrin und Flumethrin, deren Anwendung eigentlich auf den Hund beschränkt ist, da Katzen auf Pyrethroide mit lebensbedrohlichen Vergiftungserscheinungen reagieren. Nur in Form eines Halsbandes (Seresto) ist ein niedrig dosierter Wirkstoff aus der Gruppe der Pyrethroide (Flumethrin) in Deutschland für Katzen zugelassen.
Hunde vertragen in der Mehrzahl Pyrethroide problemlos, so dass diese Wirkstoffe sowohl in Form von Spot-Ons als auch von Halsbändern mit meist gutem Erfolg zum Einsatz gebracht werden können. Jetzt könnte man sagen: Prima, Problem gelöst, Artikel zu Ende, wenn es nicht - wie in der Einleitung schon angedeutet - auf Seiten der Tierbesitzer teilweise heftige Vorbehalte gegen diese "Chemiekeulen" gäbe. Das Thema ist einer der ganz großen Dauerbrenner im Internet. Es werden mit Feuereifer Tipps und Empfehlungen für "chemiefreie" Zeckenprophylaxe ausgetauscht, und häufig gehen diese Diskussionen nach kurzer Zeit in ein erbittertes Hauen und Stechen über, bei dem keine Gefangenen gemacht werden. Und über allem schwebt natürlich wie immer der reflexartige Generalvorwurf an die Tierärzteschaft, dass sie nur darauf aus wäre, ihre Patienten aus Geldgier oder purem Sadismus mit diesen "Giftbomben" langsam zu Tode zu quälen.
Aus meinen Formulierungen kann die sensible Leserschaft sicher schon ableiten, dass mir das nicht nur ein wenig, sondern buchstäblich meterweit zum Hals raushängt. Nein, wir wollen unseren Patienten auf keinen Fall schaden! Wir halten nur die von den besprochenen Parasiten ausgehenden Infektionsrisiken für viel, viel gefährlicher als jede potentielle oder fiktive unerwünschte Nebenwirkung der nachweislich gut wirksamen Präparate. Gehen Sie bitte davon aus, dass wir unsere eigenen Tiere natürlich ebenfalls mit den Mitteln behandeln, die wir Ihnen empfehlen, obwohl wir uns der Tatsache wohl bewusst sind, dass es sich dabei nicht unbedingt um gesundheitsfördernde Substanzen handelt. Und glauben Sie uns bitte außerdem, dass auch wir ständig die Ohren offen halten bezüglich eventuell weniger aggressiver Methoden zur zuverlässigen (!) Verhinderung von Ektoparasitenbefall. In einer idealen Welt gäbe es diese Plagegeister und die von ihnen übertragenen und sehr gefährlichen Krankheiten erst gar nicht, aber das sind halt nur Wunschträume. Darüber hinaus findet man als Tierarzt in der Anwendungswirklichkeit einfach keine Bestätigung für die auf Seiten der Tierhalter gehegten Befürchtungen bezüglich der Schädlichkeit der Antiparasitika. Kurz- und mittelfristig treten nur sehr selten irgendwelche Nebenwirkungen auf und langfristig ist da ebenfalls kein wie auch immer gearteter Trend erkennbar. Immerhin wenden wir solche Spot-Ons und Halsbänder jetzt schon seit einigen Hundegenerationen an, und die Lebenserwartung der Tiere ist in dieser Zeit mehr als deutlich gestiegen.
Das Problem ist, dass bisher absolut keine der üblicherweise propagierten Alternativmethoden weder einer wissenschaftlichen noch einer der diversen praktischen Überprüfungen standhalten konnte. Daran ändern enthusiastische Meinungsäußerungen auf Facebook oder in Diskussions-Foren nicht die Bohne. Einlassungen wie "ich reibe meine Hunde immer mit Kokosfett ein und hatte dieses Jahr bisher nur 12 Zecken" oder "mit der Bernsteinkette / dem Tic Clip / dem Keramik-Halsband habe ich beste Erfahrungen gemacht" helfen da einfach nicht weiter.
Es steht ja jedem frei, bei seinem Hund im Sinne eines netten, kleinen Tierversuchs alles mögliche zu testen, aber erstens wird das - wie weiter oben erläutert - von Jahr zu Jahr riskanter, und zweitens haben solche Einzelfallberichte - und ich werde nicht müde, das zu erwähnen - keinen wissenschaftlichen, sondern nur anekdotischen Wert. Es gibt nun mal Hunde (Menschen, Katzen), die für Zecken, Mücken und Flöhe aus verschiedenen Gründen weniger attraktiv sind, so dass diese Individuen auch ohne wirksamen Schutz eher selten gestochen werden. Davon abgesehen können nicht leicht feststellbare Änderungen der Rahmenbedingungen dazu führen, dass die Befallsintensität unabhängig von der betriebenen Prophylaxe plötzlich eine ganz andere ist. Dazu können gehören: Änderungen der Spazierwege, Populationsverschiebungen beim Rehwild oder anderen Zeckenverbreitern und nicht zuletzt klimatische Einflüsse. Trifft nun im Einzelfall beispielsweise ein schwaches Zeckenjahr mit der Anwendung eines eigentlich völlig unwirksamen Prophylaxe-Verfahrens zusammen, kann der (natürlich völlig falsche) Eindruck entstehen, dass das bestens funktioniert.
So kommt man bei der Beurteilung also nicht weiter. Da müssen schon korrekte Untersuchungen durchgeführt werden, bei denen gezielt und unter kontrollierten Bedingungen versucht wird, die Parasiten zum Anbeißen zu bringen. Zeigen die Biester nicht den sogenannten "Fuß-Rückzieh-Effekt", dann ist eben keine repellierende Wirkung des untersuchten Verfahrens vorhanden. Und wenn sie nicht spätestens nach dem Anbeißen sterben, kann man jegliche Wirksamkeit vergessen. Genau bei solchen Versuchsanordnungen versagen die "alternativen" Prophylaxe-Methoden mit schöner Regelmäßigkeit völlig.
In unserer Praxis bekommen Sie nichts aufgedrängt. Wenn Sie unseren Rat wollen, empfehlen wir Ihnen die nach unserem Kenntnisstand und der genannten Leitlinie wirksamsten Produkte, um eine Krankheitsübertragung auf Ihr Tier so effektiv wie möglich zu verhindern. Hat Ihr Tier mit einem dieser Produkte ein Problem (Allergie, Juckreiz, mangelnde Wirksamkeit, etc.), empfehlen wir Ihnen ebenfalls anerkannt wirksame Alternativprodukte. Ansonsten sind Sie natürlich völlig frei in Ihren Entscheidungen. Sie müssen sich nur der Risiken bewusst sein, die Sie stellvertretend für Ihren Hund mit jedem an sich vermeidbaren Zecken- oder Mückenstich eingehen.
Auf die einzelnen von der Industrie angebotenen Produkte möchte ich hier nicht eingehen, weil speziell dieses Marktsegment ständig in Bewegung ist und der Artikel ja für längere Zeiträume in meinem Blog bleiben wird. Die jeweils aktuellen Produkte haben wir normalerweise vorrätig. Nur auf ein Prophylaxe-Konzept, das in letzter Zeit zunehmende Marktanteile gewinnen konnte, müssen wir gesondert eingehen. Dabei handelt es sich um die Isoxazoline Fluralaner (Bravecto), Afoxolaner (NexGard) und Sarolaner (Simparica). Die drei insektiziden und akariziden Wirkstoffe werden als Tabletten verabreicht und töten über einen längeren Zeitraum alles ab, was den Hund anbeißt. Das funktioniert nach bisherigem Kenntnisstand ganz prima und verhindert auch die Übertragung von Krankheiten, bei denen die Infektion erst eine gewisse Zeit nach dem Ansaugen erfolgt, wie beispielsweise Borreliose, Babesiose und Anaplasmose. Das Konzept ist speziell für Tierhalter mit kleinen Kindern attraktiv, da die Wirkstoffe im Körper des Hundes bleiben und keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen in Bezug auf Kinder einzuhalten sind, wie wir sie von Spot-Ons und Halsbändern kennen.
Der Haken dabei ist aber ein eventuell falsches Gefühl der Sicherheit: Die drei Wirkstoffe bewirken keinen Repellens-Effekt. Krankheiten, die unmittelbar beim Stich des Parasiten übertragen werden, also beispielsweise Leishmaniose, Dirofilariose und FSME, werden durch dieses Konzept absolut nicht verhindert, womit es zumindest für die Prophylaxe beim Urlaub im Süden (aber auch schon teilweise hier in Deutschland) schlicht untauglich ist. Von diesem schweren Nachteil mal abgesehen handelt es sich bei den Isoxazolinen um eine sehr junge Wirkstoffgruppe, über deren langfristige Nebenwirkungen (im Gegensatz zu den altbewährten Pyrethroid-SpotOns und -Halsbändern) wir tatsächlich noch nicht wirklich Bescheid wissen.
Bleiben Sie uns gewogen, bis bald, Ihr
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